Blanc de Noir – Der fruchtige Weiße

Fruchtige, leichte Weine mit geringerem Alkoholgehalt sind ideale Sommerweine und ein Markenzeichen unserer heimischen Winzer. Die Bedingungen für einen Sommerwein sind in den nördlichen Weinbauregionen ideal. Schließlich wachsen hier die Trauben langsamer und können sich so mit mehr Mineralien, Traubenzucker und einer Vielfalt von Aromen sättigen.  erobert seit Jahren immer mehr die Herzen vieler Weinfreunde. Der gute Tropfen schmeckt fruchtig nach roten Beeren, verfügt über eine erfrischende Weinsäure, ist von heller Farbe und stammt doch von einer roten Weinbeere. Die Rede ist vom Blanc de Noir.

Das Fruchtfleisch der meisten Traubenarten ist hell, gleichgültig welche Farbe die Schale hat. Wird der Saft vor der Gärung von den Schalen getrennt, erhält man einen weißen Most. Ein Blanc de Noir ist in der Regel also eine erste Pressung bester Rotweintrauben. Welche Klasse ein Blanc de Noir entfalten kann, das zeigen traditionell die französischen Champagner. Hier dient der Blanc de Noir als Grundwein. Der Winzer erhält beim ersten Pressen einen fruchtigen und hellen Weißwein. Die Maischegärung bei weniger Grundwein erzeugt einen sehr hochwertigen Rotwein. Aufgrund der geringeren Flüssigkeitsmenge in der Maische werden wesentlich mehr Farbstoffe und Tannine aus der Beerenhaut für den zukünftigen Rotwein extrahiert.

Blanc de Noir ist ein hervorragender Begleiter zur leichten und vegetarischen Küche. Jegliches Gemüse, ob gebraten, überbacken oder mit einer Sahnesauce, eignet sich genauso hervorragend wie Blattsalate mit milden Dressings. Zu kräftigen und scharfen Gerichten sollten Sie eher einen feinherben Blanc de Noir aussuchen. Die feine Restsüße nimmt die pikante Schärfe von Gewürzen und verleiht dem Wein einen frischen und trockenen Geschmack.

Im Sommer schmecken alle Weine besser, wenn sie einige Grade kühler serviert werden als im Winter, denn im Glas erwärmen sie sich innerhalb kürzester Zeit um bis zu zwei Grad Celsius. Blanc-de-Noir-Weine sollten an warmen Tagen bei 9-11 Grad Celsius serviert werden. Leichte Weine werden grundsätzlich gerne jung und frisch getrunken, denn in den ersten Jahren kommen die Fruchtaromen am deutlichsten zur Geltung. Sie sind selten für die lange Lagerung von mehr als zwei bis drei Jahren gedacht.

Alexander Kohnen

Alexander Kohnen

Alexander Kohnen war 2013 laut Charles Sturt Universität in Canberra der Best International Wine-Educator of the Year. Hier möchte er alles, was er weiß und kann mit Ihnen teilen.

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