Deutschland ist Weltmeister im Sekttrinken!

Sekt wird nirgendwo auf der Welt so viel genossen wie hier in Deutschland. Über 341 Millionen Liter wurden im letzten Jahr bei feierlichen Anlässen, in romantischer Zweisamkeit oder einfach „nur so“ getrunken. Sekt ist, wie Wein, ein in den Weinbergen gewachsenes Naturprodukt. Doch das charakteristische Perlenspiel geht erst aus einer zweiten Weingärung hervor. Hinter dem Korken verbirgt sich ein in vielerlei Hinsicht sinnliches Genussvergnügen. Denn das, was da in aller Ruhe in tiefen Kellern beim Winzer heranreift, hypnotisiert uns zu jeder Zeit mit seinem zarten Perlenspiel, verführt mit einem anregenden Duft und beschwingt uns mit seinem lebendigen Prickeln.

Sekttrinken

Der Weg eines Winzersektes beginnt bereits bei den Trauben eines bestimmten Ursprungs. Nicht nur, dass bei der Sektherstellung ausschließlich deutscher Wein verwendet wird, der Wein stammt garantiert aus der jeweils angegebenen Lage. Die gleiche Gewissheit betrifft Rebsorte und Jahrgang. Die vom Erzeuger komplett selbst hergestellten Winzersekte werden ausnahmslos nach der klassischen Flaschengärung erzeugt. Dieses Verfahren, bei dem der Grundwein in der Originalflasche bleibt, dauert mindestens zwölf Monate. Davon muss der Sekt mindestens neun Monate auf der Hefe liegen, um bei der zweiten Gärung möglichst viele Aroma- und Geschmacksstoffe aufzunehmen. Da der Begriff der "méthode champenoise" seit vielen Jahren den Erzeugnissen aus der Champagne vorbehalten ist, erhält Sekt, der nach diesem Verfahren hergestellt wird, in Deutschland die Bezeichnung "traditionelle -" oder auch "klassische Flaschengärung".

Die ideale Trinktemperatur liegt für weiße und rosé Sekte bei 6-8°C. Auch wenn der Knall ein nahendes Vergnügen ankündigt - eine Freude ist es für den Sekt nicht-. Der plötzliche Druckverlust bringt die Flasche zum Überschäumen, was Ihren Genuss dann oft um einige Gläser schmälert. Halten Sie deshalb den Verschluss gut fest, drehen Sie die Flasche und lassen Sie den Druck mit einem leisen Zischen entweichen.

Übrigens: 1902 wurde von Kaiser Wilhelm II. zur Finanzierung des Kaiser-Wilhelm-Kanals der kaiserlichen Kriegsflotte die Sektsteuer in Deutschland eingeführt. Damals waren es fünfzig Pfennig. Heute beträgt die Abgabe 1,02 Euro je 0,75-Liter-Flasche und füllt so das Staatssäckel jährlich mit ca. 450 Millionen Euro.

Alexander Kohnen

Alexander Kohnen

Alexander Kohnen war 2013 laut Charles Sturt Universität in Canberra der Best International Wine-Educator of the Year. Hier möchte er alles, was er weiß und kann mit Ihnen teilen.

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