Interview mit...

Eva Raps

Weingut Hans Lang, Hattenheim

Vom Orange Wine bis zum Vin Jaune (Gelbwein), ein Trend oder eine langfristige Philosophie des Weinmachens?

Orange Wine finde ich ganz spannend, weil ich zwei, drei Begegnungen hatte. Natürlich ist es eine langfristige Philosophie. Der Ursprung war ja der oxidative Ausbau mit Luft in Amphoren. Ob der Trend sich durchsetzt, wage ich zu bezweifeln. Es ist heute in eine andere Zeit. Orange Wine als Spezialität herzustellen, ihn Weinfreaks anzubieten und ihn selber auch als Weinfreak zu genießen, macht Spaß. Aber durch unsere Zivilisation haben wir ja gewisse Errungenschaften, wir können Wein machen der glasklar und brillant im Glas steht und trotzdem Komplexität und Potenzial hat – wir müssen nicht in die Urzeit zurück.

Die neue VDP-Klassifikation – kann oder sollte diese auf alle Weingüter angewendet werden? Auch auf nicht VDP-Mitglieder?

Ich bin vielleicht die größte Kritikerin, weil ich ja alle Diskussionen um die Klassifikation miterlebt habe, die teilweise fürchterlich heftig waren, und ich kann diese auch total nachvollziehen. Aber heute ist mein Standpunkt absolut eindeutig. Ich habe die VDP-Klassifikation als Pyramide auf unseren Etiketten abgebildet, und es ist tatsächlich ganz einfach. Ja, ich sage sogar, sie sollten auf alle Etiketten, nur dann funktioniert sie. Und dafür ist sie gemacht.

Was darf in Ihrem Weinregal nie fehlen?

Ein Spätburgunder von Paul Fürst.