Interview mit ...

Frank Schönleber

Weingut Emrich-Schönleber

 

Was findet sich auf jeden Fall immer in Ihrem Kühlschrank?

In meinem Kühlschrank ist immer eine Flasche trockener Riesling aus dem Mittelsegment. Ein Ortswein oder Terroirwein, den man einfach gerne alltäglich trinkt. Es muss aber ein Wein mit Charakter sein, dann mag ich ihn unheimlich gerne. Der darf auch nie ausgehen.

Und den trinken Sie mit Ihrer Frau?

Den trinke ich in der Regel mit meiner Frau, ja – wobei, zur Zeit lässt sie mich da ein bisschen allein, die meisten Flaschen muss ich dann doch alleine leer trinken. Wir haben zwei Töchter, viereinhalb und eineinhalb, insofern hat sie sich noch nicht wieder dran gewöhnt, aber wir arbeiten daran (lacht).

Welche Leidenschaften haben Sie – neben dem Wein?

Ich fahre, seit ich vier bin, begeistert Ski. Das ist für mich eine Zeit, die ich mir auf keinen Fall nehmen lasse – zwei Wochen Skiurlaub oder wenigstens zehn Tage im Jahr müssen drin sein. Das genieße ich richtig, das ist mein größtes Hobby. Mit zwei kleinen Kindern komme ich zwar gerade nicht so häufig dazu, aber so langsam kriegen wir das auch in den Griff. 

Und auf welchen Pisten sind Sie dann unterwegs?

Mittlerweile ist es eigentlich so, dass ich mir eher die Roten als die Schwarzen suche, das war schon mal anders (lacht). Aber auch Blaue machen mir Spaß, wo man schöne große Carving-Kurven machen kann. 

Welche Entwicklungen in der Weinwelt finden Sie gerade spannend und welche gefallen Ihnen nicht?

Toll finde ich, dass es in Deutschland immer mehr junge Winzer gibt die wirklich gute Weine machen. Das allgemeine Qualitätsniveau wird immer besser. Allerdings bedauere ich etwas, dass häufig die Winzer mehr Beachtung finden als deren Weine.

Soll heißen: Der ausgeflippte Winzertyp mit dem ordentlichen, gut trinkbaren Wein ist offensichtlich für die Medien wesentlich interessanter als der etwas introvertierte Qualitätsfanatiker, der die wirklich hochwertigen, charaktervollen Weine abfüllt.

Wo würden Sie denn Ihr Weingut einordnen?

Obwohl wir keinesfalls marktschreierisch unterwegs sind, haben wir es glücklicherweise über die Jahre geschafft, uns einen Namen zu erarbeiten und unsere Fans zu finden, die im Handel und in der Gastronomie stark für uns sprechen. Wir sind recht zufrieden mit unserer Situation. Dem jungen Qualitätsfanatiker kann ich somit nur raten sich selbst treu zu bleiben und sich in Geduld zu üben. Früher oder später wird die Wein-Qualität dann doch erkannt. Aber natürlich müssen die Weine erst einmal auf dem Markt gefunden werden!

Gibt es etwas, was Sie nicht können?

Es gibt ganz viel, das ich nicht kann. Aber spontan gesprochen ist mein erster Gedanke dazu „Fußball spielen“. Was mich in meiner Jugend natürlich begleitet hat. Ich war im Prinzip immer der Letzte, der in die Mannschaft gewählt wurde. Gut, es gibt Schlimmeres. Ich habe es überstanden. Dafür fahre ich jetzt ganz ordentlich Ski.