Nachgefragt bei ...

Wie bist du zum Wein gekommen?
Ich habe Hotelfachfrau gelernt. Eines Tages fing ich an in einem Restaurant zu arbeiten und stellte fest, dass nicht nur mein Weinwissen, sondern auch das meiner Vorgesetzten und Kollegen nicht so ausgeprägt war, wie es eigentlich hätte sein sollen. Die Gäste haben Fragen gestellt wie: welcher Wein passt zu welchem Essen? oder welcher Jahrgang von diesem oder jenem ist der Bessere? Und Niemand konnte sie so richtig belastbar beantworten. Deshalb habe ich angefangen, mich weiterzubilden und schnell gemerkt, wie faszinierend und unendlich das Thema Wein eigentlich ist. Schließlich bin ich nach Köln gegangen, zu Christina Fischer, und habe dort meine Ausbildung zum Sommelier absolviert. Christina hat mich mit ihrer Begeisterung dann restlos abgeholt und angesteckt.

Wann und warum hast du dich entschieden ihn zu deinem Beruf zu machen?

Das war 2007, unterwegs auf einem Segelschiff auf dem Mittelmeer, und zwar auf der Sea Cloud 2. Ich hatte das Glück als Kabinengenossin eine Schweizerin zu haben, die aus einer Gastronomenfamilie stammte. Die Schweizer haben ja bekanntlich einen erfreulichen Draht zu gutem Essen und gutem Wein. Sie hat mich viel in gute Restaurants mitgenommen und wir haben ausschließlich tolle Weine bestellt. Durch das Segelschiff hatten wir den Vorzug, auch immer die dazugehörigen Landschaften zu erleben, das war eine Bildungsreise in Sachen Wein, wie sie besser nicht hätte sein können. Auf diesem Schiff ist dann der Entschluss gefallen, mich künftig ganz und gar dem Wein zu widmen.

Wofür stehen die WeinPlaces für dich persönlich?

Die WeinPlaces stehen für mich für ehrliche Gastronomie ohne Schnörkel, meistens sehr frisch und sehr lebendig. Es sind Orte, wo man gute Weine und gutes Essen für jeden Geldbeutel findet. Also richtig nette Restaurants für jeden Tag.  

Welchen Klassiker hast du immer im Haus?

Alles was sprudelt. Champagner oder einen richtig guten Winzersekt. Ich halte mich da an den Spruch "Man muss immer eine Flasche Champagner im Kühlschrank haben, für den Fall, dass ein Anlass kommt sie zu öffnen". Der Anlass kann natürlich auch sein, dass sie da ist, und man sie öffnen kann.

Wenn du ein Wein wärst, welcher wärest du?
Ich glaube, ich wäre ein Orange Vine. Er ist ein bisschen anders, ein bisschen erklärungsbedürftig, aber eigenständig. Und ich glaube, so würde ich mich auch beschreiben. Ich bin in meiner Vorstellung nicht die typische Frau und auch nicht der typische Sommelier, ich bin sehr locker in meiner Arbeit am Gast, ich versuche vieles anders zu machen als üblich, das aber auf eine ganz eigene, persönliche Art und Weise. Deswegen wäre ich wahrscheinlich ein Orange Vine.

Dein Motto in Sachen Wein?
Wein muss Spaß machen und getrunken werden.

Was trinkst du, wenn du keinen Wein trinkst?

Bier. Ich komme aus Norddeutschland, direkt von der Küste, habe meine ersten Trinkversuche mit Bier gemacht und bin nach wie vor ein leidenschaftlicher Biertrinker. Auch nach einer Weinprobe freue ich mich immer sehr auf ein erfrischendes Bier.

Wo trinkst du Wein am liebsten, wenn du nicht gerade in deiner Weinbar/Restaurant bist?
Da, wo meine Freunde sind.

Your Personal Hidden Treasure?

Das ist ne schwierige Frage für einen Sommelier. Es gibt sehr viele gute Weine und sehr viele umwerfend gute. Der Hidden Treasure ist deshalb eine Entscheidung, die ich immer gern umschiffe. Wenn ich einen Wein nenne, würde ich damit einen anderen, mindestens genau so guten, abwerten und das liegt mir nicht. Wenn man sich die Vielfalt der Weinwelt vor Augen hält, dann gibt es eigentlich für jeden Anlass und jeden Geschmack einen Personal Hidden Treasure.