Nachgefragt bei ...

Wie bist du zum Wein gekommen?
Durch Zufall. Ich habe während meines Studiums in der Gastronomie gejobbt. Ich hab mich scheinbar nicht allzu dumm angestellt, jedenfalls bekam ich Ende der Achtzigerjahre das Angebot als Commis Sommelier in einem sehr guten Restaurant anzufangen. Und mit dem Job war ich natürlich ziemlich tief drin im Thema.

Wann und warum hast du dich entschieden ihn zu deinem Beruf zu machen?

Das ging dann eigentlich relativ schnell – so um das Jahr 1990 war das eigentlich schon klar. In den Schweizer Stuben hatte ich eine Doppelrolle als Sommelier und Restaurantleiter, und später bei Dieter Müller war ich dann bereits hauptamtlich Sommelier.

Wofür stehen die WeinPlaces für dich persönlich?
Besonders erfreulich finde ich die Tatsache, dass WeinPlaces immer Orte sind, wo sehr guter Wein angeboten wird, ohne dass der Gast mit diesen ganzen Fancy-Restaurant-Geschichten konfrontiert wird. Das war vor 9 Jahren, als wir unseren Laden aufgemacht haben, auch unser Vorsatz: Wir wollten gute Weine anbieten, auch Glasweise, und das manchmal etwas unentspannte Ambiente der Sterne-Restaurants draußen vor der Tür lassen. Dieses lockere, entspannte Konzept bringt auch viele junge Leute zum Wein, deshalb finde ich das Prinzip WeinPlaces eine coole Sache.

Welchen Klassiker hast du immer im Haus?
Hier steht immer ein gescheiter, trockener Riesling. Und ein vernünftiger Sherry hat auch jederzeit da zu sein.

Wenn du ein Wein wärst, welcher wärest du?
Also wenn, dann wäre ich ein Morgon. Die Morgons kommen immer eher fein daher, jedenfalls kein bisschen laut. Und ich bin auch nicht gerade ein lauter Typ, das würde also ganz gut passen.

Dein Motto in Sachen Wein?

Es wird soviel übertriebenes und überflüssiges Gedöns um Wein veranstaltet, dass viele Leute sich immer noch nicht ran trauen, nur weil sie Angst haben irgendetwas falsch zu machen. Deshalb: Keine Angst vorm Wein!

Was trinkst du, wenn du keinen Wein trinkst?
Ich komme aus Franken und trinke gerne Bier. Ich meine damit nicht irgendwelche hippen Craft-Biere, es gibt in Franken genug alte, kleine Brauereien, deren Produkte man auch hier in Berlin bekommt. Und diese Biere gönn ich mir regelmäßig mit großem Vergnügen.

Wo trinkst du Wein am liebsten, wenn du nicht gerade in deiner Weinbar/Restaurant bist?
Der Ort ist eigentlich egal, wichtiger ist dass Leute mit von der Partie sind, die auch Spaß an der Sache haben. Mit trinkfreudigen Freunden schmeckt mir Wein einfach am Besten.


Your Personal hidden Treasure?

Dieses Prädikat verleihe ich seit vielen Jahren jedem Rheingau-Riesling von Hans Josef Becker. Die sind unglaublich gut.