Nachgefragt bei ...

Wie bist du zum Wein gekommen?
Ich bin Holländerin und seit Anfang der Neunzigerjahre in Deutschland. Ich hatte die Hotelfachschule in meiner Heimat absolviert und mein gastronomisches Praktikum fand in Deutschland statt. In diesem Restaurant hatten wir damals ein Überraschungsmenü auf der Karte, also eines wo die Gäste nicht wussten was kommt. Um die richtigen Weine dazu zu finden, mussten ich und meine Kollegen viel mit den Küchenchefs kommunizieren, wir mussten schließlich wissen, wie die Gänge zubereitet wurden. Bei der Gelegenheit hab ich gemerkt, wie viel Spaß es machen kann, sich tiefgründig mit Wein zu befassen und hab gleich im Anschuss ans Praktikum meinen Sommelier in Koblenz gemacht.   

Wann und warum hast du dich entschieden ihn zu deinem Beruf zu machen?

Weil Wein Spaß macht und immer wieder aufs Neue eine Herausforderung ist. Jeder Jahrgang ist anders und zwingt einen, sich regelmäßig auf den neuesten Wissensstand zu bringen. Das führt zu schönen Momenten, nicht zuletzt bei Gesprächen mit den Winzern. Glücklicherweise bin ich gesellig und neugierig gleichzeitig, deswegen habe ich schon während des Praktikums gewusst, dass Wein einmal mein Beruf werden wird.

Wofür stehen die WeinPlaces für dich persönlich?
Für mich sind die WeinPlaces in erster Linie eine ganz tolle Plattform, um unsere neue Location regional und überregional bekannt zu machen. Und natürlich eine prima Gelegenheit nette, engagierte Kollegen kennenzulernen, denen man sonst nie im Leben begegnet wäre.

Welchen Klassiker hast du immer im Haus?
Der Klassiker ist für mich einfach Riesling, und zwar die Literware. Wein muss nicht zwingend kompliziert sein, deswegen brauche ich immer einen knackigen Riesling im Kontor und auch zuhause im Kühlschrank. Es hört sich vielleicht banal und sehr einfach an, aber das ist nun mal der Wein, ohne den ich nicht sein könnte.  

Wenn du ein Wein wärst, welcher wärst du?

Ein Riesling. Der hat die nötige Spritzigkeit, Ecken und Kanten, eine gewisse Frische, und die Rebsorten sind, zumindest in Deutschland, sehr vielfältig. Ich sag immer: So schlank ausgebaut wie ein Riesling wär ich auch gerne.  

Dein Motto in Sachen Wein?
Ich finde, man kann auch zu viel über Wein reden. Deswegen ist mein Motto: Wein soll man trinken und nicht totreden.

Was trinkst du wenn du keinen Wein trinkst?

Keinen Wein? Das kommt eigentlich selten vor, höchstens mal wenn ich krank bin. Aber in letzter Zeit hab ich mich noch einer anderen flüssigen Leidenschaft gewidmet, und die heißt Whiskey. Da probiere ich gerade sehr intensiv und sehr viel. Tagsüber gibt’s natürlich auch mal Kaffee und Mineralwasser.

Wo trinkst du Wein am liebsten, wenn du nicht gerade in deiner Weinbar/Restaurant bist?

Wenn es das Wetter erlaubt, dann zuhause auf meiner Terrasse. Aber auch sehr gerne in den Weinbergen, wenn ich mit meiner besseren Hälfte ein Picknick mache.

Your Personal Hidden Treasure?

Tut mir leid, aber da möchte ich mich nicht festlegen. Jede Lage und jeder Jahrgang hat gewisse Reize, und ich bin einfach nicht der Typ, der sagen würde Der da und kein anderer.

 

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