Nachgefragt bei … Silvio Nitzsche von der Wein|Kultur|Bar

Wie bist du zum Wein gekommen?
Meine ersten vinophilen Gehversuche unternahm ich in einem kleinen Gourmetrestaurant in Bayreuth, Anfang der 90er Jahre. Es war nicht nur der Wein und dessen faszinierende Seite selbst, sondern auch die Kommunikation mit und um diesen, die ich für mich entdeckte und vertiefen wollte. Den ersten ernsthaften Kontakt mit einer sehr umfangreichen Weinkarte durfte ich einige Jahre später in der Stuttgarter Speisemeisterei erfahren.

Wann und warum hast du dich entschieden, den Wein zum Beruf zu machen?
Von Kindesbeinen an wurde ich mit dem Gastgeben konfrontiert.
Auf Rügen aufgewachsen, erlebte ich, wie schön es ist Gäste, die sich wohl fühlen, glücklich zu sehen.
Somit war es fast eine Selbstverständlichkeit, dass mich mein beruflicher Weg in die Gastronomie und dadurch später zum Wein führen sollte.

 

Wofür stehen die WeinPlaces für dich persönlich?
Die WeinPlaces sind Orte, in denen Menschen auf einzigartige Weise Wein genießen und erleben können. Es sind Orte, die ausgezeichnet wurden, weil diese sich für den Wein in ihrer Philosophie auszeichnen und diesen leben wie das Leben.

Welchen Klassiker hast du immer im Haus?
Ich möchte nie aufhören, neugierig zu sein, daher versuche ich fast, keine Klassiker mein eigen zu nennen. Aber wenn ich einen Weintypus benennen müsste, ohne den ich auf keinen Fall sein möchte, dann ist es ein gereifter Roter Burgunder.

Wenn du ein Wein wärst, welcher wärest du?
Ich wäre ein gereifter Riesling. Das ist ein Wein, den nicht jeder mag, und den man auch erstmal verstehen muss, aber wenn man ihn dann verstanden hat und sich darauf einlässt, kann man herrliche Dinge mit ihm erleben.

Dein Motto in Sachen Wein?
Es gibt ein Leben ohne Wein – aber wer will das schon?

Was trinkst du, wenn du keinen Wein trinkst?
Tee. Tee gibt es, ähnlich wie Wein, in einer Vielfalt, die es ermöglicht, für jede Situation den richtigen zu finden. Und es gehört, noch eine Parallele, großes Einfühlungsvermögen und ein tiefes Maß an Sensibilität dazu. Und genauso wie beim Wein, finde ich es beim Tee bedauerlich, dass er in vielen Lokalitäten ein vernachlässigtes Stiefkind ist.

Wo trinkst du Wein am liebsten, wenn du nicht gerade in deiner Weinbar bist?
Am allerliebsten in der Weinbar meiner Frau, das ist der Genussmensch in Dresden. Wann immer es unsere ähnlichen Öffnungszeiten zulassen, trinke ich da nach Feierabend ein Glas Wein. Und wenn das nicht klappt, dann trinke ich ihn in der Weinzentrale, ein ganz neuer Laden und auch hier in Dresden.