Die Kultur des Genießens

Wein trinken wir nicht um unseren Durst zu löschen, sein Genuss ist Ausdruck von Kultur und Lebensfreunde. Ein paar Gedanken über das Glück in einer Weinkultur zu leben und die Vorteile des Maßhaltens.

Genuss prägt Wirtschaft und Kultur

Heute prägen sie nachdrücklich und selbstverständlich unsere Alltagskultur: der Tabak und die Schokolade aus der Karibik, der Kaffee aus Südamerika, der Tee aus Indien und natürlich der Wein aus ganz Europa. Oft konsumieren wir sie, ohne lange nachzudenken. Wir essen, weil wir hungrig sind, und trinken, weil wir Durst haben. 

wachsende Pflanzen auf einem BergDoch in unserer Kultur bedeuten Essen und Trinken mehr als nur die Notwendigkeit zum Überleben. Essen und Trinken sind auch Lebensart. Wenn wir etwas Besonderes erleben, krönen wir das Ereignis mit bestimmten Speisen oder einem ausgesuchten Getränk. So bereitet zum Beispiel der klassische Winzersekt auf einen Galaabend vor, der gerbstoffbetonte Rotwein harmoniert mit dem mediterranen Hauptgang, und ein fassgelagerter Trester lässt einen erlebnisreichen Tag lange in Erinnerung bleiben.

Unabhängig unseres Kultur- und Landschaftsgutes Wein, können wir auf viele Genuss-Regionen in Deutschland schauen. Die Stärken der Bundesländer sind ihre unverwechselbaren Landschaften und die darin produzierten kulinarischen Spezialitäten. Regionaltypische Lebensmittel bedeuten nicht nur ein geschmackliches Vergnügen, sondern auch Identität und Zugehörigkeit.

Der Wein aus unseren Anbaugebieten ist ein ganz wesentlicher Bestandteil unserer Lebensart und Kultur. In Europa wird weltweit am meisten Wein erzeugt und die Europäische Union ist ebenso der weltweit führende Exporteur von Weinerzeugnissen. Kaum zu glauben, das dieser Wirtschaftssektor mit rund 15 Milliarden Euro jährlich zur Wirtschaft der EU beiträgt. Wo Reben die Landschaft zieren, schafft der Weinsektor Millionen von Arbeitsplätzen, im Tourismus und in der Gastronomie und trägt so dazu bei, das Gefüge der ländlichen Gesellschaften zu stützen. Unabhängig ob wir die weiten Felder im rheinhessischen Wonnegau betrachten, das Weltkulturerbe oberes Mittelrheintal, das Massiv des Rotenfels an der Nahe oder die Steil- und Steilstlagen an Mosel und Ahr.

Zur Kultur gehört es auch, Maß zu halten – auch beim Genuss. Natürlich sind alkoholische Getränke ausschließlich in moderaten Mengen gesund und wissenschaftlich erwiesen gesundheitlich förderlich. Das wussten schon Paracelsus und Hildegard von Bingen vor vielen hundert Jahren. Zu viel des Guten bewirkt meistens das Gegenteil.

Alexander Kohnen

Alexander Kohnen

Alexander Kohnen gehört zu den bekanntesten Sommelierausbildern in Deutschland und gehört seit Jahren zu den 50 TOP-Sommeliers des Aral Schlemmeratlas. Hier möchte er alles, was er weiß und kann, mit Ihnen teilen.

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