Frühlingsgefühle beim Weingenuss

Alexander KohnenDer Sommeliermacher erklärt, dass sich mit der Jahreszeit das Geschmacksempfinden ändert

Die ersten warmen Sonnenstrahlen der letzten Tage sind ein deutliches Zeichen: Der Frühling ist endlich da! Dass diese besondere Jahreszeit nach anderen Genüssen verlangt als ein kalter Winter ist verständlich. Die kräftigen und gerbstoffbetonten Rotweine bleiben im Keller und im Glas wird es frischer, bukettreicher, knackiger und charmanter.

Dass sich unser Geschmacksempfinden ändert, hängt mit unserem Stoffwechsel zusammen, der sich auf die kommende Jahreszeit einstellt. Wir schwitzen mehr, also steigt der Bedarf an Salzen und Mineralstoffen. Die Säureempfindlichkeit nimmt ab, und die Lust auf Obst und Salat steigt. Die Reizschwelle für Aromen steigt und Düfte werden intensiver und positiver erlebt als im reizarmen Winter.

Erdbeeren und SpargelDie kulinarischen Genüsse stehen vor einem saisonalen Wandel. Salat, Gemüse, Spargel, Bärlauch, Kräuter und Erdbeeren bestimmen den Menüplan zuhause und die Speisekarten der Restaurants. Die leichte und frische Küche fordert dazu die passenden Weine. Frühe oder wenigstens nicht allzu spät reifende weiße Rebsorten wie Rivaner, Silvaner, Weißburgunder oder Riesling sind dabei die typischen Wein-Frühlingsboten. Knackige Frühlingsweine sind meist harmonisch trocken, selten süß und ohnehin keine Spätlesen, sondern mit mittleren Öchslegraden ausgestattet. 11 bis maximal 12 Volumenprozent Alkohol machen die Weine verträglich und sorgen für unbeschwerte Trinkfreude.Emrich Schoenleber 2013 Lenz

Natürlich braucht man auch im Frühling nicht gänzlich auf Rotweine zu verzichten. Typische Vertreter sind gerbstoffarme und klassisch ausgebaute Rebsorten wie Spätburgunder, Portugieser oder Trollinger. Mit einem Hauch von Restsüße und leicht mit Kohlensäure versetzt macht der rote deutsche Frühlingswein jedem südländischen Angebot Konkurrenz. Weiß- und Roséweine sollen stets gekühlt werden, Rotweine dürfen das auch. Freunde des  wuchtigen, samtigen und barriquebetonten Rotweinstils neigen selten auch zu leichten und frischen Frühlingsweinen. Aber auch solchen Genießern kann geholfen werden. Stellen Sie ihren Lieblingsrotwein einfach in den Kühlschrank. Ab 14° Celsius wird selbst der raubeinigste Geselle frühlingskompatibel. 

Der 2013er „Lenz“ Riesling Qualitätswein halbtrocken vom Weingut Emrich-Schönleber an der Nahe ist perfekt für diese Jahreszeit! Fruchtig und floral duften die Aromen des Rieslings. Am Gaumen ist der Wein knackig, frisch und mit einem wunderbaren Spiel von Finesse und Eleganz. Der Wein kostet 10,50 Euro ab Hof. www.emrich-schoenleber.com oder im Versandhandel bei www.belvini.de.

 

 

Alexander Kohnen

Alexander Kohnen

Alexander Kohnen gehört zu den bekanntesten Sommelierausbildern in Deutschland und gehört seit Jahren zu den 50 TOP-Sommeliers des Aral Schlemmeratlas. Hier möchte er alles, was er weiß und kann, mit Ihnen teilen.

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