Ein Muss für den Expertenhaushalt

Dieser Artikel stammt aus dem WeinPlaces-Archiv und wurde ursprünglich am 3. April 2016 veröffentlicht.

 

In den letzten Jahren sind mir eine ganze Menge bekannter und weniger bekannter „Gadgets“ für den geneigten Weintrinker untergekommen. Einige davon sind wirklich praktisch und sollten in jedem Haushalt, in dem gern ein Glas Wein getrunken wird, vorhanden sein, andere sind eher schön als notwendig. Ich habe 8 bekannte Gadgets genauer unter die Lupe genommen und auf Tauglichkeit getestet. Was gehört wirklich in einen Expertenhaushalt?

Hier ist das Ergebnis:

1. Das Kellnermesser

Es gibt inzwischen eine ganze Menge Möglichkeiten, seine Weinflasche zu öffnen. Ich habe in den letzten Jahren klassische und elektrische Korkenzieher, sowie Zungen-, Überdruck- und Hebel-Korkenzieher gesehen und meistens für mich als nicht besonders praktisch befunden.

Theoretisch lässt sich eine Weinflasche sogar ganz ohne Öffner aufbekommen (Flasche in ein Handtuch wickeln, in einen normalen Schuh stellen und mit dem Schuh so lang gegen eine Wand oder eine andere senkrechte Fläche klopfen, bis der Korken herausspringt), aber wenn ich mir einen Öffner aussuchen dürfte, würde ich immer wieder auf das Kellnermesser zurückgreifen. Das Kellermesser vereint einen Korkenzieher mit einem Hebel, um die Flasche leichter zu öffnen. Und: es kann auch andere Flaschen z.B. mit Kronkorken öffnen.

Wenn ich ein Weingadget für essenziell halte, dann dieses!

 

 

2. Verschlüsse für Weinflaschen

Es gibt sie in vielen Formen, Farben, Materialien und sogar mit Vakuumerzeugung. Alle haben jedoch eins gemeinsam: sie verschließen angebrochene Flaschen sicher und sauber und sorgen dafür, dass der Wein darin länger „frisch“ bleibt, wenn es mal nicht eine ganze Flasche sein soll.

Weinflaschenverschlüsse sind neben meinen Kellnermesser ein Zubehör, dass für mich in die Grundausstattung gehört.

3. Drop Stops

Es gibt kaum etwas Ärgerlicheres, als (Rot-)Weinflecken auf der Kleidung, den Möbeln oder Tischdecke. Ich weiß, wovon ich rede!
Hier kommen Drop Stops ins Spiel.
Ein Drop Stop ist eine dünne Scheibe aus flexiblen Material, die aufgerollt in die Flasche eingeführt wird. Bedingt durch ihr Material und ihre Form leitet sie den Wein tropffrei aus der Flasche. Die Tischdecke bleibt sauber!

Sicher kein „Must have“, aber macht ein Drop Stop Sinn? Ich finde schon!

4. Dekanter

Niemand möchte das Depot (die Festteilchen am Boden der Flasche, manchmal noch zu sehen bei Rotweinen) einer Weinflasche mittrinken. Hier kommt der Dekanter ins Spiel! Der Wein wird vorsichtig von der Flasche in den Dekanter geschüttet, bis nur noch das Depot übrig ist. Bei diesem Vorgang wird der Wein außerdem automatisch karaffiert, also mit Luft in Verbindung gebracht, was ihm hilft, sein Bouquet zu entfalten.

Über den Sinn und Unsinn des Dekantierens wird heute immer wieder heiß diskutiert. Mein Fazit: Der Dekanter macht nicht bei allen Weinen Sinn, weil die Festteilchen am Flaschenboden inzwischen zur Seltenheit geworden sind – gehört aber in jeden Kennerhaushalt (und stilvoll sieht er immer aus)!

5. Weinlüfter

Weinlüfter erfüllen den gleichen Zweck, den ein Dekanter „nebenbei“ erledigt: Sie sollen Sauerstoff an den Wein bringen, damit dessen Geschmack sich schneller, besser und leichter entfalten kann. Es gibt sie als Aufsätze sowohl wahlweise für die Flasche, als auch direkt für's Glas.

Über den Sinn und Unsinn der Weinlüfter scheiden sich die Geister. So viel sei von mir gesagt: Für Experten macht die Anschaffung Sinn und das Experimentieren Spaß. Kann man haben, muss man aber nicht.

 

6. Weinthermometer

Dass Wein nur bei optimaler Temperatur auch das optimale Geschmacks- und Genusserlebnis bietet, ist inzwischen wohl bei allen angekommen, auch, wenn die optimale Temperatur immer vom jeweiligen Wein abhängig ist.
Weiß man jedoch, wo die optimale Trinktemperatur liegt und möchte genau diese erreichen, hilft ein Weinthermometer diese abzupassen und zu halten.

Fazit: An sich eine gute Sache, jedoch eher ein Gadget für Fortgeschrittene.

 

7. Weinkühler

Ist der Wein erst mal auf die richtige Temperatur gebracht, gilt vor allem eines: Die Temperatur auch zu halten! Denn je länger die Flasche an der frischen Luft steht, desto stärker schwankt die Temperatur. Abhilfe schaffen kann man mit unterschiedlichen Gadgets: mit Kühlgefäßen, Neoprenmanschetten, oder gar mit sogenannten „Zeptern“, die als kalter Stab direkt in die Flasche eingeführt werden. Zepter halten die Temperatur nur kurz, Neoprenmanschetten bewegen sich im Mittelfeld und Kühlgefäße haben die längste „Kühlspanne“.

Ich habe letztes Jahr im Sommer eine Neoprenmanschette auf dem heimischen Balkon getestet und festgestellt: Es hält aber gerade bei sehr warmen Temperaturen nur eine kurze Zeitspanne, praktisch ist es jedoch allemal.
Je höher der Anspruch, desto wichtiger ist ein Weinkühler für die Zubehört-Sammlung!

8. Der Weinhumidor

Ein guter Wein sollte gut aufbewahrt werden. Die beste Aufbewahrungsart? Ein Weinklimaschrank, auch Weinhumidor genannt. Er sorgt für die optimalen und immer gleichbleibenden Verhältnisse, wodurch ein optimales Geschmackserlebnis auch bei längerer Lagerung garantiert werden kann.

Profigeräte haben zwei Zonen – eine für Weißweine und eine für Rotweine – und schwingreduzierende Füße, damit der Wein wirklich ruhig lagern kann.
Für Experten und Weinliebhabern mit besonders edlen Tropfen: Ein Muss!

Prost!

Mia

Küchenchaotin

Küchenchaotin

Mirja Hoechst ist leidenschaftliche Food-Bloggerin. Auf kuechenchaotin.de schreibt sie über alles, was ihr kulinarisch am Herzen liegt. Für WeinPlaces geht sie einmal im Monat auf Entdeckungsreise in die Welt des Weins.

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