Dabei gewesen: Vinocamp 2015

Vinocamp 2015Am Wochenende fand das fünfte Vinocamp in der Forschungsanstalt in Geisenheim statt. Das Vinocamp ist ein Barcamp, also eine Unkonferenz, in der sich eine ganze Menge Menschen treffen, die sowohl etwas mit Wein, als auch mit sozialen Medien zu tun haben. Das reicht vom Weinliebhaber, der über Twitter oder Facebook mit anderen vernetzt ist über Blogger, Journalisten, Händlern und Winzern bis zu Vertretern von Agenturen, die im Weinbereich tätig sind. Für viele aus dieser Szene ist das Vinocamp ein fixer Termin im Juni, eine Institution. Und so freut man sich auf der Reise dorthin nicht nur auf die anstehenden Themen, die angeboten werden, sondern vor allem auch auf die Menschen, die man oft nur einmal im Jahr trifft.

Vinocamp 2015Das Camp, das von den beiden Winzern und Bloggern Thomas Lippert und Dirk Würtz organisiert wird, läuft offiziell Samstag und Sonntag, doch treffen sich viele schon freitags im Rheingau. Im Vorprogramm gab es, wie auch in den Vorjahren, die Möglichkeit, ein großes Weingut und ein kleines zu besuchen. Während Christian Witte, der Gutsverwalter des ehrwürdigen Schlosses Johannisberg uns durch die Keller geführt hat um mit uns danach den aktuellen Jahrgang der Rieslinge zu probieren, gab es bei Hans Bausch Barbecue und etwas größere Mengen Wein. Schließlich soll der ja eigentlich getrunken und nicht nur genippt werden.

Der Samstag des Vinocamps steht immer ganz im Zeichen der Selbstorganisation. Morgens wird festgelegt, wer über welche Themen sprechen will und so mussten sich die etwa 80 Teilnehmer jede Stunde neu überlegen, welchen der vier parallel laufenden Veranstaltungen sie beiwohnen wollten. Da ging es um Sinn und Unsinn von Leichtwein genauso wie um Wein und Bienen. Es gab eine Session, in der Craftbiere vorgestellt wurden, die alle einen Weinbezug hatten und einen erfahrenen Kellermeister, der sich über Weinbereitungsmethoden geäußert hat während andere Rosé und Claret aus Bordeaux mit passenden Speisen probierten. Am späten Nachmittag fanden die so genannten sozialen Weinproben statt, die schon vorher bekannt waren und zu deren Thema man als Teilnehmer mindestens eine Flasche beisteuern sollte. Zumindest bei den Themen Sherry und Gemischte Sätze war die Auswahl an Weinen so umfangreich und gut, wie man es wohl selten vorher zu Gesicht bekommen hat. Den Abschluss des Abends gab es direkt am Rhein. Dirk Würtz, der die Weine des Weinguts Balthasar Ress verantwortet, hatte in die Hattenheimer Fässer eingeladen, einem Weinausschank direkt am Rhein, zu dem sich im Laufe des Abend auch der Riesling-Bulli gesellte, um den Weinabend mit ein wenig Musik zu unterlegen.

Vinocamp 2015  Vinocamp 2015

Der Höhepunkt des Wochenendes ist die Lehrweinprobe am Sonntagmorgen. Lippert und Würtz hatten es geschafft, Master of Wine Caro Maurer nach Geisenheim einzuladen, die mit den Teilnehmern eine Reise durch die Welt der Pinot Noirs unternommen hat. 11 Pinots aus 11 Weinbauländern weltweit blind zu verkosten und auch als Weinprofi zu merken, wie viel man immer wieder dazulernen kann, war eine großartige Erfahrung.

Das nächste Vinocamp wird es in Geisenheim wieder 2017 geben, denn nächstes Jahr geht das Camp in die Regionen. An der Mosel wird es dann das zweite geben, in Rheinhessen das erste und vielleicht sind Baden und Pfalz dann auch schon dabei. Dieses Vinocamp war voller Dynamik, geprägt von einer ganz eigenen, besonderen Atmosphäre. Es lohnt sich, diese zu erleben.

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Christoph Raffelt

Christoph Raffelt ist ein ausgesprochen fleißiger Blogger, Kritiker, Podcaster, Prediger und Dozent in Sachen Wein. Da er auch gerne Gast ist haben wir ihn einfach eingeladen auch für uns zu schreiben.

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