DWI-Sommelier-Cup 2016: The winner is …

... Timo Weisheidinger, Sommelier im "Lukas Restaurant" im österreichischen Schärding gewinnt den DWI-Sommelier-Cup 2016! Wer hier antritt, muss über profundes Weinwissen verfügen. Zum kleinen Einmaleins gehört neben bestens trainierter Sensorik leider auch die graue Theorie. Die Teilnehmer müssen alle wichtigen Details der Weinbereitung kennen, sattelfest im Weinrecht sein und die aktuellen Strukturdaten des deutschen Weinmarktes im Kopf haben. 

Der Wettbewerb

Das Deutsche Weininstitut (DWI) führt diesen hochkarätigen Contest bereits seit sieben Jahren durch, vorher nannte er sich Weinkellner-Wettbewerb. Rund drei Dutzend junge Sommeliers pilgern alljährlich nach Mainz, um sich mit ihren Kollegen zu messen und ihr Weinwissen unter Beweis zu stellen. Manch einer der heute arrivierten Sommeliers hat sich hier die ersten Meriten erworben. Und manch schlecht vorbereitete Teilnehmer hat es während des Wettbewerbs aus dem sprichwörtlichen Sattel geworfen. Inken Schmitz, Sommelière in der Berliner Sky Kitchen, hat es zwar nicht ins Finale geschafft, findet den Wettbewerb dennoch extrem spannend: „Hier kann ich mein Weinwissen testen. Der Wettbewerb ist hervorragend vorbereitet und macht großen Spass! Außerdem treffe ich Kollegen aus ganz Deutschland.“ Das Get-together der jungen Szene bietet eine perfekte Plattform für gemeinsame Gespräche und wertvolles Netzwerk.

Die Jury

Die Jury wird vom Deutschen Weininstitut (DWI) aus unterschiedlichen Bereichen der Weinwirtschaft, Presse, Gastronomie, Sommelier- und Hotelfachschulen zusammengestellt: 

Cormac Clancy, Gewinner des Weinkellner-Wettbewerbs 2006
Christina Fischer, Sommelière und Autorin, Genuss Werkstatt, Köln
Dr. Rowald Hepp, Schloss Vollrads, Rheingau
Philipp Kühnemund, Linke Weinhandel, München
Joel Payne, Herausgeber und Chefredakteur Gault Millau Weinguide
Markus Reis, Hotel Zeltinger Hof - Gasthaus des Rieslings
Christina Schneider, Deutsche Weinprinzessin
Johannes Steinmetz, Leiter der Deutschen Wein- und Sommelierschule Koblenz
Dominik Trick, Sommelier-Lehrer an der Hotelfachschule Heidelberg

Die Teilnehmer

Das mit rund 40 Weinfachleuten und Nachwuchskräften aus Gastronomie und Handel hervorragend besetzte Teilnehmerfeld brachte es in diesem Jahr zusammen auf insgesamt 15 Michelin-Sterne und über 200 Punkte im Gault Millau. Entsprechend spannend und hochklassig verlief der zweitägige DWI-Wettbewerb am 6. und 7. November 2016 im Atrium Hotel in Mainz. Im Finale lagen die letzten drei Teilnehmer zunächst recht eng beieinander aber schon sehr schnell setzt sich Timo Weisheidinger vom übrigen Feld ab. Mit unglaublicher Ruhe, versiertem Fachwissen und souveräner Gelassenheit absolvierte er die Weinbeschreibungen. Während seiner Speisenempfehlungen kam unweigerlich Appetit auf, jeder im Raum konnte sich die von ihm beschriebenen Paarungen bestens vorstellen und geradezu nachschmecken.

 

Die Gewinner

Platz 1: Timo Weisheidinger, Sommelier im Lukas Restaurant, Schärding

Platz 2: Maximilian Wilm, Restaurantmanager und Chef Sommelier im Gourmetrestaurant "Seven Seas" im Hotel Süllberg, Hamburg

Platz 3: Patrick Wilhelm, Sommelier in der Vinothek des "Coq au Vin" der Engelhorn Gastronomie in Mannheim

 

Die Prüfung

Zunächst mussten die jungen Weinfachleute neun Weißweine erkennen, anschließend wurde ihr Wissen beim Rotwein auf den Prüfstand gestellt. Welche Rebsorte, Ausbau, das Anbaugebiet und zum Schluss auch noch der Jahrgang. Die Kombination von Wein und Speisen war ebenso Thema wie Blind Tastings oder die Beantwortung von Fachfragen innerhalb von 90 Sekunden. Eine echte Herausforderung war die nachmittägliche Verkostung einer Raritätenprobe mit teils über 30 Jahre gereiften Weißweinen. Manche Sommeliers waren jünger als die von ihnen probierten Trouvaillen. 

Der Gewinn

Die stolzen Sieger erhielten attraktive Geldpreise im Wert von insgesamt 3.250 Euro. Als Sieger des Wettbewerbs darf Timo Weisheidinger zusätzlich an der „Sommelier Summer Class 2017“, dem jährlichen Treffen internationaler Sommeliers in Geisenheim teilnehmen.

Die Ehemaligen

Last but not least: Die Abräumer des DWI-Sommelier-Cups! In der „Hall of fame“ des DWI-Sommelier-Cups finden sich einige der arriviertesten deutschen Sommeliers. Sie alle haben nächtelang für ihren Erfolg gepaukt und hart trainiert. Hier trifft sich die Riege der Nachwuchs-Sommeliers und alle wollen gewinnen! Aber ganz so einfach ist der DWI-Sommelier-Cup nicht zu holen … 

2016 ⇨ Timo Weisheidinger, Sommelier im "Lukas Restaurant" in Schärding
2015 ⇨ Christian Connerth, Commis-Sommelier im Restaurant Wein am Rhein in Köln
2014 ⇨ Björn Zimmer, Restaurantleiter und Sommelier im Schlosshotel Hugenpoet in Essen
2013 ⇨ Jenny Kunaschk, Sommeliere, Arosa Travemünde
2012 ⇨ Tommy Hergenhan, Sommelier im Landhaus Eggert in Münster
2011 ⇨ Melanie Layer, Manufaktur Jörg Geiger im württembergischen Schlat
2010 ⇨ Melanie Panitzke, Sommelière, Fischers Weingenuss & Tafelfreuden, Köln

Vorher nannte sich dieser Contest „Weinkellner-Wettbewerb“, im Vordergrund stand eher das theoretische Wissen um den deutschen Wein. Gewinnen konnte, wer nächtelang gebüffelt hatte. Aber das Deutsche Weininstitut hat die Zeichen der Zeit erkannt und den Wettbewerb zum Sommelier-Cup modifiziert. Sinnvollerweise bezieht sich der Wettbewerb heute eher auf das Berufsbild eines Sommeliers – jedoch immer in Verbindung mit deutschem Wein.

Der Verantwortliche

Manuel Bretschi, heute Ressortleiter der Abteilung Aus- und Weiterbildung des Deutschen Weininstitus, belegte als Student der Internationalen Weinwirtschaft in Geisenheim im Jahr 2010 bei eben diesem DWI-Sommelier-Cup den 3. Platz. Er weiß also ganz genau, wie sich die jungen Weinfachleute fühlen, wenn sie über den Theoriebögen schwitzen oder überlegen, ob der Rückschluss auf das Anbaugebiet beim „Blind-tasting“ der richtige Treffer war. Jedenfalls schafft es Manuel Bretschi jedes Jahr aufs Neue, die Teilnehmer zu fordern und sie mit seinen kurzweiligen, aber auch kniffeligen Fragen in Spannung zu versetzen. Zudem hat Manuel Bretschi feinfühlige Verbesserungen in den Ablauf dieses Wettbewerbs gebracht. Heute präsentiert sich der Wettbewerb wohltuend berufsbezogen. Hier können die jungen Weinfachleute neben ihrem theoretischen Wissen eben auch in der Praxis punkten. Welcher Wein zu welcher Speise? Aber bitte mit der passenden Erklärung, warum die Paarung funktioniert. Im DWI-Sommelier-Cup ist Fachwissen gefragt. Auf sehr angenehme Art und Weise! 

Manuel Bretschi
Ressortleitung Aus- und Weiterbildung | Abt. Handel und Gastronomie
Deutsches Weininstitut GmbH
Platz des Weines 2
55294 Bodenheim
Manuel.Bretschi@deutscheweine.de
www.deutscheweine.de 

Das Résumée

Der DWI-Sommelier-Cup ist für die jungen Sommeliers ein extrem wichtiger Anreiz. Wer teilnehmen möchte, kann eben nicht einfach dampfplaudern, sondern muss seine Nase in die entsprechenden Bücher stecken. Übersetzt bedeutet das: pure Motivation zum Lernen und daraus resultierende Bildung! Eine Tatsache, die man in der heutigen Gastronomie-Szene leider nicht mehr allzu häufig findet. Sommelier sein wollen alle, an ihrem Fachwissen feilen leider nur wenige. Deshalb spielt dieser Wettbewerb eine führende Rolle in der deutschen Gastronomie-Landschaft. Zukünftig wird der DWI-Sommelier-Cup nur noch alle zwei Jahre stattfinden. Nächster Termin ist im Januar 2018. 

Weitere Informationen: hier.

Bilder mit freundlicher Genehmigung vom Deutschen Weininstitut.

 

 

Christina Fischer

Christina Fischer

Christina Fischer

Die Sommeliere und Buchautorin Christina Fischer lebt und arbeitet in Köln. Ihre vielseitigen Aktivitäten bündelt sie in ihrer Kölner GENUSS Werkstatt.

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