Geschmacksbildung – Mia besucht ein Wasser & Wein-Seminar

Wasser und Wein gehören genau so untrennbar zusammen, wie Wein und gutes Essen. Das hat man nur einfach nicht so oft auf dem Zettel! Vielleicht geht es euch anders, aber ich habe noch nie über die Beziehung der zwei unterschiedlichen Getränke in meinem Glas nachgedacht. Doch das sollte sich ändern! Denn Gerolsteiner hat mich zum Wasser und Wein-Seminar angemeldet.
„Was sollen die mir schon groß erzählen? Wasser ist halt Wasser!“, habe ich mir gedacht. Ich habe gar nicht geahnt, wie falsch ich damit liegen würde.
Also stehe ich an einem schön verregneten Montagmorgen in einem Seminarraum in Münster und bestaune eine lange, u-förmige Tafel voller Informationsmaterial und vor allem: voller Gläser. Für jeden Teilnehmer sind es sechs an der Zahl: drei Weingläser und drei Wassergläser. 

 

 

Ich setze mich mittig-zentral, damit ich schöne Bilder für euch machen kann und erwarte, um kurz nach 10 am ersten Gläschen Wein zu nippen. Doch weit gefehlt! Erst einmal wird in die wunderbare Welt der Mineralwässer eingetaucht und es gibt eine gehörige Portion Input.

Z.B.: Woher kommt eigentlich Mineralwasser? Das war irgendwann einmal Regenwasser, das durch unterschiedliche Gesteinsschichten gefiltert und gereinigt wurde und auf seinem Weg mehr oder weniger viele Mineralien aufgenommen hat, bevor es – z.B. im Fall Gerolsteiner – 70 bis 100 Jahre später aus der Tiefe als Mineralwasser wieder zu Tage gefördert wird. Aus einem Liter Regenwasser werden so ungefähr 143ml Mineralwasser.


Außerdem findet sich hier die erste Parallele zu Wein: Denn so wie die Weinrebe für ihren Geschmack die Mineralien aus dem Boden über die Wurzeln aufnimmt, wird der Geschmack des Wassers maßgeblich durch die Mineralienschichten beeinflusst, die es durchläuft. Wenn ihr wissen wollt, wie viel von welchen Mineralien in eurem liebsten Wasser enthalten sind oder ihr unterschiedliche Sorten vergleichen wollt, dann gibt es übrigens hier: www.mineralienrechner.de Ein tolles Tool dafür!


Nach so viel Information gibt es das erste Glas Wein. Der Auftrag: Trinke deinen Wein abwechselnd mit den unterschiedlichen Wassersorten (Sprudel, Medium und Naturell) und finde heraus, wie sich das Wasser auf den Geschmack des Weines auswirkt. Es klingt vielleicht nicht so, aber das ist wirklich spannend! Beispiel: Ein Weißwein mit feiner Säure schmeckt mit dem Medium-Wasser am Besten, weil die feine Kohlensäure den Geschmack des Weins optimal unterstützt. Mit Sprudel-Wasser wird die Säure des Weins dagegen unangenehm verstärkt und die Weichheit des Naturell-Wassers scheint den Wein einfach zu „schlucken“ und es bleibt nicht viel von seiner Säure übrig.


Bei Rotweinen mit vielen Gerbstoffen ist es anders. Hier ist das Naturell-Wasser der optimale Begleiter, denn dessen Weichheit überträgt sich auf den Wein und macht ihn „runder“. Je mehr Kohlensäure das Wasser hat, desto bitterer schmeckt dadurch der Wein.

Zuletzt spielen wir das ganze noch einmal mit einem edelsüßen Wein durch. Er findet einstimmig mit Gerolsteiner Sprudel seinen optimalen Partner. Die Kohlensäure sorgt dafür, dass Edelsüße und feine Säure perfekt ausbalanciert werden, der Wein wird leichter und spritziger. Je weniger Kohlensäure das Wasser hat, desto „langweiliger“ wird der edelsüße Wein.


Dann ist endlich Pause angesagt! Zu Mittag gibt es ein Drei-Gänge-Menü mit passender Weinbegleitung. Hier wird so richtig geschlemmt und alle tauschen sich weiter über die neu gewonnen Erkenntnisse aus.


Das Essen lässt mich kurz verschnaufen und schafft eine gute Grundlage für jede Menge weitere Informationen am Nachmittag. Denn am Nachmittag geht es um alles rund um Wein! Wo liegen die typisch deutschen Anbaugebiete? (Ganz grob gesagt in etwa aus der Mitte Deutschlands bis nach Österreich) und woran kann ich Qualität erkennen? (z.B. an den VDP-Gütesiegeln).


Außerdem wird natürlich weiter feiner Wein mit Mineralwasser verkostet. Zum Schluss kommt sogar noch ein „Trendgetränk“ auf den Tisch: Hugo! Wie schmeckt er denn besser? Fertig angemischt oder frisch gemacht mit gutem Schaumwein? Lustigerweise ist die Meinung bei der Blindverkostung sehr gemischt – ich finde allerdings den frisch gemischten viel besser. Der ist nicht so süß und viel feiner im Geschmack!


Mein Fazit? Wasser und Wein sind ein tolles Team. Wenn man weiß, wie es geht, kann man mit dem richtigen Wasser den Genuss des Weines verstärken. Wieder was gelernt!


Prost! Mia


P.S. Beim Wasser- und Wein-Seminar in Münster war übrigens ein unglaublich nettes Team des SWR dabei. Wenn ihr in bewegten Bildern sehen wollt, was dort so passierte, müsst ihr euch um 18.15 Uhr am 17.12.2014 ein Kreuzchen mit dem Vermerk „SWR – Made in Südwest!“ in den Kalender machen! Und wer weiß – vielleicht sieht man mich ja sogar für ein paar Sekunden!

Küchenchaotin

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Mirja Hoechst

Mirja Hoechst ist leidenschaftliche Food-Bloggerin. Auf kuechenchaotin.de schreibt sie über alles, was ihr kulinarisch am Herzen liegt. Für WeinPlaces geht sie einmal im Monat auf Entdeckungsreise in die Welt des Weins.

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