Hidden Treasures - Gerolsteiner WeinPlaces 2017

Am 3. April wurden im Deidesheimer Leopold Restaurant Deutschlands beste Wein-Gastronomien mit der Gerolsteiner WeinPlaces-Trophäe ausgezeichnet. Bevor am Abend die neuen Preisträger als vierte Generation der WeinPlaces im Restaurant des Weinguts von Winning gekürt wurden, fand vorausgehend die Verkostung der Hidden Treasures statt.

Was sind die Hidden Treasures?
Bei den Hidden Treasures handelt sich um besondere Raritäten, lieb gewonnene Schätzchen oder Kuriositäten, die von den bisherigen Preisträgern eingereicht werden. Verkostet wurde dieses Jahr erstmalig blind, während in den Vorjahren die jeweiligen Einsteller ihre Schätze persönlich anmoderierten, bevor gemeinsam verkostet wurde. Auf Grund der hohen Zahl der mittlerweile 23 WeinPlaces haben dieses Jahr die Teilnehmer ihre Vorschläge eingereicht, aus denen die Jury 12 Weine wählte. Diese Auswahl ist inzwischen notwendig geworden, um Überschneidungen bei den Weinen zu vermeiden und einer Kumulation von allseits beliebten Wohlfühlweinen vorzubeugen.


Die Weine geben einen Einblick in die Vorlieben der WeinPlaces

Die Weine wurden in sechs zweier Flights ausgeschenkt, blind verkostet und anschließend gemeinsam besprochen. Es war dabei nicht allein spannend zu sehen, welche Weine eingestellt wurden, geben diese jeweils einen Einblick in die Vorlieben der jeweiligen WeinPlaces. Auch die Professionalität mit der verkostet wurde spiegelte das hohe Niveau der Veranstaltung und bestätigte die gute Wahl der ausgezeichneten Lokale.

Bernd Kreis, diesjähriger Neuzugang mit Deutschlands wahrscheinlich kleinster Weinbar Wein-Kreis in Stuttgart, datierte bereits den ersten Wein blind auf das Jahr 1973 und verortete den Wein messerscharf als Rheingauer Riesling. Eingereicht wurde der 1973 Geisenheimer Kläuserweg Riesling Kabinett vom Weingut Fritz Allendorf von Antonios Askitis aus dem Düsseldorfer D’Vine. Ein Wein, der übrigens noch ab Weingut erhältlich ist und zeigt, mit wieviel Engagement die Betreiber arbeiten, um Ihren Gästen einzigartige Weinerlebnisse zu präsentieren.


Die ersten zwei Flights bestanden standesgemäß aus Riesling und wurden durchweg gut zugeordnet bis in Flight drei und vier die Zügel straffer gezogen wurden: Der 2008 Rödelseer Küchenmeister von Paul Weltner zeigte sich an dem Tag leider atypisch, dafür sorgte der von Corine Berrevoets und Michael Mury vom Landauer Weinkontor Null41 eingereichte holländische Wein für ein einhelliges Aha-Erlebnis. Die Cuvée aus überwiegend Müller-Thurgau, Auxerrois und Grauburgunder war ebensowenig wie der von Tibor Werzl und Lukas Rüger eingestellte 2014 Gringet „Les Alpes“ von Dominique Belluard aus Savoyen einzuordnen und ein Parade-Treasure par Excellence.


Acht von den 12 eingestellten Weinen waren Weißweine und spiegelten den momentanen Trend zum Weißwein. Der Wurm, so ein Teilnehmer der Verkostung, muss aber dem Fisch schmecken, nicht dem Angler. Und so beschlossen vier Rote die Verkostung, wobei der eigestellte 2014 Spätburgunder Violette von Stephan Attmann das Publikum spaltete. Der von Jana Weiske von der WEIN|KULTUR|BAR in Dresden eingestellte 2014 Areni Noir aus Armenien hingegen war wiederum ein wirkliches Treasure. Der sehr reife 2012 Barolo Cannubi von Cascina Adelaide führte die Verkoster kurz vorm letzten Wein wieder auf sicheres Terrain. Von einigen Teilnehmern als die Entdeckung des Nachmittags bezeichnet, wurde der sortenreine Mourvèdre von Cline Cellars aus dem Jahr 1999 aus dem Contra Costa Country in Kalifornien. Er beschloss das Tasting, bevor anschließend die neuen fünf Wein Places ausgezeichnet wurden und im nächsten Jahr aus stolzen 28 Weinplaces die neuen Hidden Treasures ausgewählt werden dürfen.

Bildrechte: Ralf Juergens

Sebastian Bordthäuser

Sebastian Bordthäuser

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Der studierte Germanist betrat die Sommelierszene als Quereinsteiger. 2012 kürte Falstaff ihn zum Sommelier des Jahres. Er schreibt für Effilee, die Welt am Sonntag, Feinschmecker, BEEF und Vinum.

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