Kühl, ruhig und dunkel

Wer Wein zu Hause einlagert kann aus der Lagerung eine kontrollierte Reifung werden lassen die die Qualität nicht nur erhält sondern steigert. Mit diesen Tipps gelingt Ihnen Sie das auch.

Am liebsten kühl, ruhig und dunkel
Alexander Kohnen erklärt, wie man Weine richtig lagert

Es gibt verschiedene Anlässe besondere Weine zu kaufen und auf Jahre hinaus zu lagern. Häufig sind es spezielle Ereignisse wie die Geburt der Kinder, der Hochzeitstag oder der eigene Geburtstag zu denen die Menschen größere Mengen Wein kaufen, die auch für einen längeren Zeitraum erhalten bleiben sollen.

VDP WeinlagerungUm den Geschmack eines Weines zu steigern und langfristig zu erhalten ist es nötig, die kontrollierte Reifung der guten Tropfen zu bedenken. Die Lagertemperatur ist aus meiner Sicht nicht so problematisch wie in einigen Fachbüchern beschrieben, sofern ein Bereich von 12 Grad Celsius bis ca. 18 Grad Celsius konstant eingehalten wird. Je kühler die Aufbewahrung, desto langsamer und besser entwickeln sich die Weine. Problematischer sind Temperaturschwankungen. Dabei ist zwischen Tag- und Nachtschwankungen und den jahreszeitlichen Schwankungen zu unterscheiden. Ersteres zeichnet sich sehr negativ auf die Entwicklung eines Weines und sollte nicht vorkommen. Jahreszeitliche Schwankungen von etwas vier Grad Celsius sind durchaus akzeptabel.

Eine zu geringe Luftfeuchtigkeit trocknet den Korken aus. Dies hat zur Folge, dass Wein aus- und Sauerstoff eintreten kann. Zum einen verdunstet der Wein schneller, zum anderen kann ein unkontrollierter Oxydationsprozess beginnen. 65% bis 75% Luftfeuchtigkeit sind hier optimal. Die Luftfeuchtigkeit in normalen Neubaukellern oder Wohnungen reicht nicht aus. Weiterhin ist darauf zu achten, dass der Wein frei von Erschütterungen gelagert werden soll. Einmal in das Regal gelegt, sollte der Wein bis zum Genuss nicht mehr bewegt werden. Achten Sie darauf, dass die Flaschenetiketten sicht- und lesbar sind.

Wein ist lichtempfindlich, daher sind die meisten Weine auch in grünen oder braunen Flaschen abgefüllt. Das Licht lässt Rotweine verblassen. Hellgelbe Nuancen eines jungen Weißweines verändern sich im Alter bernsteinfarbend. Licht führt zudem zu Zersetzungsprozessen, die den Wein auch geschmacklich negativ verändern. Daher müssen die Flaschen grundsätzlich dunkel gelagert werden. Das geht ganz unkompliziert: Decken Sie die Weine einfach mit Zeitungspapier ab. Nichts zu suchen haben Weine in der Werkstatt oder im Kartoffelkeller. Der Wein nimmt diese Gerüche an und verliert so seinen eigentlichen Charakter.

Dieser Artikel stammt aus dem WeinPlaces-Archiv und wurde ursprünglich am 11. November 2015 veröffentlicht.

Alexander Kohnen

Alexander Kohnen

Alexander Kohnen

Alexander Kohnen gehört zu den bekanntesten Sommelierausbildern in Deutschland und gehört seit Jahren zu den 50 TOP-Sommeliers des Aral Schlemmeratlas. Hier möchte er alles, was er weiß und kann, mit Ihnen teilen.

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