Mia feiert Jubiläum

Wer hat an der Uhr gedreht? Ist es wirklich schon so spät?

Ein Jahr gibt es WeinPlaces nun schon und seit einem Jahr schreibe ich auch für diese Seite. Dabei kommt es mir vor, als hätte ich gerade erst gestern mein (spärliches) Weinwissen zusammengetragen und in meinem ersten Beitrag verpackt.

Seitdem habe ich viele Stunden mit Wein verbracht. Alleine auf der Couch und in der Küche, bei tollen Menschen zu Besuch (z.B. bei Roy Metzdorf im Weinstein Berlin – ein Besuch, der wohl für immer in bleibender Erinnerung bei mir sein wird) oder auf tollen Veranstaltungen wie dem Wasser- und Wein-Seminar.

      

Ich durfte hinter die Kulissen schauen, z.B. in den Gerolsteiner Werken und Fragen stellen, die mir auf der Seele brannten.
Und ich durfte Wein trinken. Jede Menge Wein! Natürlich zu rein wissenschaftlichen Zwecken – ihr versteht. Denn der Wein wollte kombiniert werden: Mit herzhaften Speisen (z.B. Risotto und Salat), süßen Schweinereien, Schokolade und Käse.
Um meinen Spieltrieb zu befriedigen, durfte ich sogar mit Korken schöne Dinge basteln. Insgesamt: ein ereignisreiches, lehrreiches Jahr!

   

Und das war noch nicht mal alles, denn ein paar Geschichten konnte ich euch noch gar nicht erzählen.

So durfte ich z.B. am Abend vor meinem Besuch in Gerolstein in Kucher's Landhotel ein exquisites vegetarisches Menü alias ein „kommentiertes Abendessen mit Weinbegleitung“ genießen.
Wie man sich so ein „kommentiertes Abendessen“ vorstellen darf?
Ich dachte: Da spricht jemand ununterbrochen über alles, was am Tisch geschieht (so, wie Kommentatoren beim Fußball es tun, nur nicht ganz so detailliert). Und ich dachte: Vielleicht ein bisschen trocken!
So war es aber nicht. Stattdessen erzählte Alexander Kohnen vom International Wine Institute, welche Weine er passend zum Menü ausgewählt hatte, ein bisschen über ihre Geschichte und warum es genau diese sein sollten. Das Ganze war überhaupt nicht trocken, sondern sehr informativ, auch für meine weiteren Beiträge wirklich hilfreich und mit der ein oder anderen lustigen Anekdote gespickt. Und ein Wein hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen: Der BattenfeldSpanier (2011, Hohen-Sülzen), ein grüner Sylvaner. Eine Schande, dass ich vorher überhaupt noch nie etwas von „grünen Sylvanern“ gehört hatte, denn der Wein war eine Wucht!

Außerdem durfte ich ins Allerheiligste von Familie Kucher: In den Weinkeller. Ein echter Weinkeller mit Gewölbe, dieser bestimmten Atmosphäre und einer Menge eingestaubter Flaschen – so wie man sich das vorstellt!
Hier lagern Flaschen und alte (Wein-)Gerätschaften unter perfekten Bedingungen: kühl trocken, ruhig. Und die sind teilweise fast ein ganzes Jahrhundert älter als ich!
Ob eine Flasche bei der Lagerung liegt oder steht ist übrigens zweitrangig. Nur ständig bewegt werden sollte sie nicht!

Außerdem erklärte Herr Kucher, dass manche Flaschen leider umgefüllt werden müssen. So ein Korken hält nicht immer ewig! Da dabei auch manchmal etwas Wein „verlorengeht“ bzw. nicht genau die selbe Füllhöhe wieder erreicht werden kann, wird mit ein paar Glasmurmeln nachgeholfen, bis die Flasche wieder voll ist. Habt ihr schon mal einen sehr alten Wein in einer Flasche mit Glasmurmeln gesehen? Jetzt wisst ihr, warum!

Im letzten Jahr habe ich – bedingt durch das neue Wissen – ein ganz neues Selbstbewusstsein entwickelt, was den Umgang mit Weinen angeht, denn ich weiß jetzt: Wer etwas über Wein lernen will, der muss viel kochen, viel trinken und vor allem viel Spaß haben.

   

Und was den Wein zum Essen angeht: Er sollte die Aromen der Speise unterstützen. Dafür gibt es schöne Faustregeln, die wirklich weiterhelfen, z.B.: im Menü geht man von wenig Alkohol zu viel und von leichten Weinen zu schwereren Weinen. Zu dunklem Fleisch passt meistens eher ein roter Wein, zu Fisch und Gemüsegerichten ein weißer. Der Rest ist Finetuning und die Erfahrung kommt mit den Jahren. „Süß + süß“, sowie „süß + bitter“ heben sich gegenseitig auf und harmonieren schön, aber „bitter + bitter“ wird immer bitterer.
Und da ein Ottonormalverbraucher und/oder Newbie, (also: ich!) nur auf einen begrenzten „Geschmack-Wissensschatz“ zurückgreifen kann, an dieser Stelle noch mal der Hinweis: im Zweifel einfach jemanden fragen, der sich auskennt. Das ist weder peinlich, noch zeugt es davon, dass man sich „nicht auskennt“: Es ist einfach sinnvoll! Ein guter Händler kennt seine Weine wie seine Westentasche und weiß, wie sich die Säure seines Rieslings mit deinem geplanten Essen versteht.

 

Wer weiß, was er schmecken möchte, dem wird garantiert geholfen. Und wer das nicht weiß? Der muss noch ein bisschen weiter probieren! Das habe ich übrigens auch vor! Weil's so schön ist!

In diesem Sinne: Happy Birthday, WeinPlaces! Auf viele weitere, informative und garantiert „unangestaubte“ Jahre!

Prost!
Mia

P.S: Ich habe euch ein kleines Filmchen mit den schönsten Momenten der Kategorie „Mia bei WeinPlaces“ zusammengeschnitten! Ich hoffe, es gefällt euch!

Küchenchaotin

Küchenchaotin

Mirja Hoechst

Mirja Hoechst ist leidenschaftliche Food-Bloggerin. Auf kuechenchaotin.de schreibt sie über alles, was ihr kulinarisch am Herzen liegt. Für WeinPlaces geht sie einmal im Monat auf Entdeckungsreise in die Welt des Weins.

Zum Expertenportrait