Mia geht ihrem Lieblingswasser auf den Grund

Es ist ein sonniger Donnerstagmorgen, an dem ich mich aus einem fremden Bett wälze. Ein kurzer Moment der Verwirrung. Wo bin ich? Und was mach ich hier?? Ich bin in Kuchers Landhotel in Darscheid. Das liegt mitten in der wunderschönen Vulkaneifel. Und ich bin hergekommen, um den Gerolsteinern mal auf die Finger zu schauen, denn eine Werksbesichtigung der Gerolsteiner Werke steht auf dem Programm. Ich bin mächtig neugierig, was es dort wohl zu sehen und zu erfahren gibt!

So setze ich mich mit meiner lieben Begleitung ins Auto und düse an den Maaren vorbei, in die ich mich ein bisschen verguckt habe. Ein Maar, das ist ein inaktiver Vulkan, der sich mit Wasser gefüllt hat. Wir halten kurz an, ich grabe meine Zehen in den weichen Sand des Pulvermaars, staune, wie klar das Wasser ist und dann geht es auch schon weiter.

 

Gerolstein ist eine gar nicht mal so eine große Stadt. Sie hat nur etwa 7.500 Einwohner, aber ihren Namen kennt man trotzdem überall. Denn: Hier kommt das gute Wasser her! Etwas abgelegen von der Stadt selbst liegen die Gerolsteiner Werke, die fast den Eindruck machen, eine kleine Stadt für sich zu sein. So groß ist es hier!

Wir betreten das Besucherzentrum und werden freundlich begrüßt. Was ich mir vorgestellt habe? Eine Fabrik. Doch tatsächlich gibt es hier viel mehr zu entdecken. Ich betrachte Gesteinsbrocken aus unterschiedlichen Schichten (so ein Gerolsteiner Mineralwasser wird auf natürlichem Wege durch einige unterschiedliche Gesteins-Arten , u. a. Vulkan- und mineralienreiches Dolomitgestein gefiltert, müsst ihr wissen!) und entdecke eine „Miniatur“-Ausgabe einer Förderungsanlage, die aus der Tiefe das Wasser nach oben bringt. Unter anderem antike Flaschen, die dekorativ drapiert wurden zeigen: Hier ist man stolz auf seine Geschichte. Und das kann man auch sein!



Doch nun geht es zur Sache. Herr Dr. Thomas Hens, verantwortlich für Quellschutz und Verpackungsentwicklungen, holt uns zu einer Sonder-Werksbesichtigung ab. Denn ich darf auch ein kleines bisschen abseits der normalen Besucherroute hinter die Kulissen schauen. Wir werden mit Schuhschutz, Kitteln und Hauben für die Haare versehen und los geht es!
Die Hallen sind riesig und die Geräuschkulisse enorm. „Ratatatatatatat“ macht es an allen Ecken, denn die Produktion läuft auf Hochtouren. Ein bisschen fühle ich mich, wie bei der „Sendung mit der Maus“, denn die meisten Maschinen sind so konzipiert, dass man im Detail von außen erkennen kann, was darin passiert.


Ich sehe, wie frisch gereinigte Mehrwegflaschen neu befüllt, verschlossen und mit einem Etikett versehen werden und staue über die vielen Kontrollpunkte, die die Flaschen im Kreis durchlaufen. Außerdem staune ich, wie klein so ein Plastikflaschen-Rohling ist, bevor er seine Form bekommt und überhaupt: Wie schnell hier alles geht! Ich sehe, wie in Lichtgeschwindigkeit Deckelchen auf die Flaschen geschraubt werden, wie die Etikettenbänder durch die Maschinen wirbeln, und die Flaschen verpackt auf die Reise zum Lager gehen. Und ich muss zugeben: Ich bin wahnsinnig beeindruckt, wie vollautomatisiert hier alles abläuft. Wenn an einer Flasche etwas nicht stimmt (ist da ein Fleck? Der Füllstand nicht korrekt? Das Deckelchen sitzt schief?), wird es am nächsten Kontrollpunkt direkt bemerkt und aussortiert.

 




Nach einer kurzen Reise durch das Lager-Labyrinth ist die Führung leider schon zu Ende, aber ich bin ziemlich überwältigt von den vielen Eindrücken, die ich sammeln konnte.

Für mich heißt es jetzt: Ab zum Kölner Hauptbahnhof und mit dem Zug zurück nach Kiel. Das Wasser auf der Heimreise hat übrigens gleich doppelt so gut geschmeckt, weil ich ja jetzt weiß, wo es herkommt!

Küchenchaotin

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Mirja Hoechst

Mirja Hoechst ist leidenschaftliche Food-Bloggerin. Auf kuechenchaotin.de schreibt sie über alles, was ihr kulinarisch am Herzen liegt. Für WeinPlaces geht sie einmal im Monat auf Entdeckungsreise in die Welt des Weins.

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