Mia trinkt in den Mai ...

Die Bowle war eine Zeit lang fast von der Bildfläche verschwunden, aber Gott sei Dank – sie ist wieder da! Ich bin nämlich ein sehr großer Bowle-Fan aus zwei Gründen: 1. hat man was Schönes zum Trinken und 2. hat man was Tolles zum Naschen! Damit bin ich relativ leicht zufriedenzustellen.

Mai BowleWenn wir hier im Norden unser größtes Volksfest – die Kieler Woche – feiern, ist entlang der Förde alle paar Meter ein Bowle-Stand. Zwischen den unterschiedlichsten Varianten kann hier gewählt werden: Bowlen mit heimischen und exotischen Früchten und/oder Kräutern und allerlei andere süße Schweinereien werden hier angeboten. Das Problem: Die Bowle ist schön süß und süffig, aber am nächsten Morgen hat man einen ganz schönen Schädel.

Warum das so ist? Ich unterstelle den Betreibern jetzt einfach mal ganz frech, dass in den riesigen Bottichen nicht unbedingt nur das Beste aller Zutaten landet. Und die wandern ja bekanntlich über Nacht in den Kopf.

Dennoch bin ich Bowle-Fan. Es gibt wenige Dinge, die ich so sehr mit Sommer, Grillen und schönen Abenden auf dem Balkon oder der Terrasse verbinde, wie eine schöne, frische Bowle mit genau der richtigen, zarten Süße.

Wenn man eine Bowle selbst macht, hat man die freie Wahl, was die Zutaten angeht. Hier kann man zu guten und auf den eigenen Geschmack perfekt abgestimmten Zutaten greifen: Guter Wein und Sekt sowie frische, aromatische Früchte und Kräuter. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt!

Mai BowleEine selbstgemachte Bowle sollte immer etwas im Kühlschrank durchziehen, damit die unterschiedlichen Aromen sich schön verbinden und entfalten können! Und erst kurz vor dem Servieren wird mit dem Sekt aufgegossen, wenn man es prickelnd mag!

Der Sekt und der Wein sollten immer ein guter sein, den man auch pur gerne trinken würde. Ich finde, dass man mit einem guten Riesling an dieser Stelle nicht viel falsch machen kann! Wer ein bisschen süßer unterwegs ist, kann einen trockenen nehmen – ich als kleine Zuckerschnute greife hin und wieder zu einem edelsüßen Tropfen. Und wenn man die Zuckermenge im Auge behält, bleibt man auch garantiert von Kopfschmerzen verschont!

Und weil selbstgemacht sowieso alles viel besser ist, habe ich euch heute zwei meiner liebsten Bowle-Rezepte mitgebracht. Eine klassische Maibowle und eine fruchtige Erdbeer-Zitronen-Bowle – passend zur Saison!

Maibowle

  • 1 Bund Waldmeisterkraut
  • 1 l kalter, trockener Riesling
  • 0,5 l gekühlter, trockener Sekt

Mai Bowle

Das Waldmeisterkraut waschen und über Nacht auf einem Tuch trocknen lassen. Wenn es leicht angetrocknet ist, gibt es viel mehr Aroma ab, als wenn es frisch ist!
Das Kraut mit einem Bindfaden zu einem Bund binden und in das Bowle-Gefäß hängen. Nun mit dem Riesling aufgießen. Die Stielenden des Waldmeisters sollten nicht mit dem Wein in Berührung kommen, da sie Bitterstoffe in das Getränk absondern können.

Die Bowle sollte so mindestens 2 Stunden abgedeckt im Kühlschrank ruhen.
Kurz vor dem Servieren den Sekt aufgießen und genießen!

Fertig!

 

 

Erdbeer-Zitronen-Bowle

  • 1 kg Erdbeeren
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 3 EL Zucker
  • 1 EL Honig
  • Schale von 2 ungespritzten Zitronen
  • 1 l  gekühlter, trockener Weißwein
  • 0,75 l gekühlter Prosecco

Die Erdbeeren waschen, den Strunk entfernen. Die Beeren halbieren und zusammen mit dem Vanillezucker und dem Zucker ins das Bowle-Gefäß geben. Die Zitronenschale hinzugeben und mit dem Wein aufgießen. Den Honig kräftig unterrühren.

So sollte die Bowle mindestens 2 Stunden zugedeckt im Kühlschrank ruhen.
Kurz vor dem Servieren mit dem Prosecco aufgießen und genießen!

Fertig!

Mai Bowle  Mai Bowle

Übrigens: Eiswürfel in der Bowle sind für mich ein absolutes No-Go!
Denn das Eis schmilzt und macht die gute selbstgemachte Bowle wässrig. Stattdessen kann man entweder den verwendeten Wein in Eiswürfelformen einfrieren (das dauert etwas länger, da Alkohol schlechter gefriert als Wasser) oder einfach Weintrauben in den Tiefkühler stecken. Die geben, wenn die Schale unverletzte ist, keinen Saft und Geschmack ab, aber am Ende kann man sie schön wegsnacken.

Mögt ihr Bowle? Und was sind eure liebsten Varianten? Ich bin gespannt!

Prost!
Mia

Küchenchaotin

Küchenchaotin

Mirja Hoechst

Mirja Hoechst ist leidenschaftliche Food-Bloggerin. Auf kuechenchaotin.de schreibt sie über alles, was ihr kulinarisch am Herzen liegt. Für WeinPlaces geht sie einmal im Monat auf Entdeckungsreise in die Welt des Weins.

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