Mia und die „Kalten Prickler“

Es gibt nichts Besseres, als einen richtig heißen Tag auf dem Balkon, im Garten oder im Park ausklingen zu lassen. Wenn die Sonne sich langsam verabschiedet, die Temperaturen ein bisschen heruntergehen und die frische Luft einem im besten Fall angenehm um die Nase weht und man ein kleines „Hitzekit“ dabei hat, sind die Strapazen der Hitze ganz schnell vergessen.

In meinem „Hitzekit“: Ein frischer, sommerlicher, kalter Salat, ein leckeres und eiskaltes Fruchtsorbet (Rezept weiter unten!) und eine Flasche von einem „kühlen Prickler“.

„Kühle Prickler“? Damit meine ich: Schaumwein – im Großen und Ganzen! Wusstet ihr, dass Schaumwein nur ein Überbegriff ist? Er fasst quasi mehrere Untergrüppchen der prickelnden Weine zusammen. Alle zusammen haben einige Schritte in der Herstellung gemein: Zuerst wird der Saft der Weintrauben zu Wein vergoren. Dem Wein wird anschließend Zucker und Hefe zugesetzt, um ihn ein zweites Mal gären zu lassen. An dieser Stelle entstehen die Blubberbläschen auf ganz natürliche Weise! Die Hefeextrakte und der Geschmack gehen in den Schaumwein über und die Hefe kann wieder herausextrahiert werden. Bevor der Schaumwein komplett fertig ist, wird ihm noch eine „Dosage“ aus Zucker und Wein beigefügt – hier entsteht der charakteristische Geschmack einer jeden Sorte.
Und die Sorten sind vielfältig! Sie kommen aus verschiedenen Regionen und bekommen dort ihre unterschiedlichen Namen. Aus Deutschland kommen zum Beispiel der Sekt und der Winzersekt (das bedeutet, er wurde direkt vom Erzeuger abgefüllt). In Frankreich entstehen der edle Champagner (der nur so heißen darf, wenn er wirklich aus der Champagne kommt) und der Crémant. In Italien perlt z.B. der allseits beliebte Prosecco und in Spanien entsteht der Cava. Eine weitere Spezialität, die auf dieser Liste nicht fehlen darf? Der Krimsekt! Er wird aus weißen und roten Reben in der Ukraine gemacht.


Übrigens: Prickelt es weniger in der Flasche, hat man ziemlich sicher keinen Schaumwein, sondern lediglich einen Perlwein erwischt. Dieser hat unter 3 bar Kohlensäure-Überdruck und gehört nicht zu den Schaumweinen.

Welcher der Schaumweine der persönliche Favorit ist, ist natürlich – wie immer – Geschmackssache! Der eine mag es lieber mit etwas Restsüße, der andere etwas trockener. Aber erfrischend sind sie im Sommer gut gekühlt alle miteinander!

Ein paar Tipps für heiße Tage mit „kalten Pricklern“ gefällig?

  • wenn man vergessen hat, den Schaumwein rechtzeitig kaltzustellen, hilft ein einfacher Trick: Das Waschbecken mit Eiswasser auffüllen und viel, viel Salz hinzu kippen. Die Flasche in das Eis legen – sie kühlt viel schneller, als in normalem Eiswasser
  • wenn der Schaumwein auch im Glas schön lange kühl bleiben soll, bitte keine Eiswürfel verwenden, denn sie verwässern das Getränk. Lieber vorher einige Weintrauben einfrieren und ins Glas geben. Sie sind gleichzeitig auch ein leckerer Snack!
  • bei großer Hitze immer auch ein Glas Wasser bereithalten! Der Alkohol im Schaumwein bringt zwar den Kreislauf auf Trab, tut aber nicht viel für den Flüssigkeitshaushalt!
  • zu einem heißen Sommerabend mit Sekt passen leichte Salate, frisches Obst und fruchtiges Sorbet!

Und wo wir gerade bei Sorbet sind: Sorbet ist so einfach selbst zu machen, dass man es nicht kaufen muss. Das Rezept für ein fruchtiges, erfrischendes Pfirsich-Sorbet habe ich euch heute mitgebracht:

Pfirsich-Sorbet

Rezept für 2 große Portionen

300 ml Wasser
1 Päckchen Vanillezucker
1 Prise Zimt
3 EL Gelierzucker
4 Pfirsiche
1 Eiweiß

Das Wasser mit dem Vanillezucker, dem Zimt und dem Gelierzucker zum Kochen bringen, bis sich der Zucker aufgelöst hat und ein Sirup entstanden ist. Den Herd ausstellen.

Die Pfirsiche vierteln, entkernen und kleinschneiden. Die Stücke in den noch warmen/heissen Sirup geben und alles gut durchpürieren. Die Masse anschließend abkühlen lassen und durch ein feines Sieb streichen. Das Eiweiß sehr steif schlagen und unter die abgekühlte Pfirsichmasse heben.

Nun das Sorbet entweder in der Eismaschine gefrieren lassen oder in einer flachen Schüssel ins Eisfach stellen und ca. alle 45 Minuten mit einem Schneebesen kräftig aufschlagen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.

Fertig!

Ich trinke zu meinem fruchtigen Sorbet einen leicht lieblichen Schaumwein, denn der passt einfach perfekt. Ein guter Weinhändler kann euch gut beraten, welche Flasche am besten zu eurem sommerabendlichen Vorhaben passt!


Prost!
Mia

Küchenchaotin

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Mirja Hoechst

Mirja Hoechst ist leidenschaftliche Food-Bloggerin. Auf kuechenchaotin.de schreibt sie über alles, was ihr kulinarisch am Herzen liegt. Für WeinPlaces geht sie einmal im Monat auf Entdeckungsreise in die Welt des Weins.

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