Nachgefragt bei … Manuela Schewe, Weinsinnig in Trier

Weinsinnig Weinbar & Weinhandel, Trier - Abb. 009Wie bist du zum Wein gekommen?

Aus dem Saarland kommend bin ich für das Studium nach Trier gegangen. Und klar mitten in einer Weinregion gelegen, kommt man dann auch mit Wein in Berührung. Zunächst habe ich ihn einfach als Genuss entdeckt und getrunken, aber während meiner Tätigkeit im Tourismus, bei der ich kreative Stadtführungen in Trier gemacht habe, fehlte mir dann immer ein wenig Kulinarik und so kam ich auf die Idee, das Thema Wein in diese Stadtführungen mit einzubauen. Das war für die damalige Zeit noch total neu. 

Wann und warum hast du dich entschieden den Wein zum Beruf zu machen?

Ich war Mitte zwanzig und fertig mit meinem BWL-Studium, als ich die Stadtführungen und Weintouren angeboten habe, wusste aber noch nicht so richtig, was ich genau machen wollte. Je mehr ich mich mit der Thematik Wein auseinander gesetzt habe, umso mehr merkte ich, dass ich den Weg weiterverfolgen will, aber immer ein beklemmendes Gefühl hatte, wenn ich in Vinotheken gegangen bin. So kam der Gedanke selber einen Platz zu schaffen, an dem man unkompliziert und mit Spaß Wein vermitteln kann. Die Ausbildung zur Sommelière war der nächste logische Schritt. 2009 habe ich mich dann entschieden in Trier die Weinbar Weinsinnig aufzumachen, nachdem ich für eine kurze Zeit in Südafrika auf Weintour war und mich fragte, wohin meine Reise nun gehen soll. 

Wofür stehen die WeinPlaces für dich persönlich?

Die Weinplaces stehen für eine gute Auswahl an guten Weinen und die Möglichkeit auf Menschen zu treffen, die Spaß an Weinen haben und dessen Qualität schätzen. Dabei immer wichtig ist auf jeden Fall auch der regionale Bezug. 

Welchen Klassiker hast du immer im Haus?

Ganz klar einen Riesling. Der ist so facettenreich, dass es den in allen Variationen gibt. Bei uns gibt es natürlich tolle Weingüter an der Mosel, die hervorragende Riesling-Weine produzieren. Aber welchen Riesling ich genau empfehlen würde, das kommt immer auf die Lust, Laune und Gelegenheit an. 

Wenn du ein Wein wärst, welcher wärst du?

Ich wäre auf jeden Fall eine roter, autochthone Rebsorte. Die sind tiefgründig, selten und alles andere als Mainstream. Ein Riesling wäre zu einfach gedacht. 

Dein Motto in Sachen Wein? 

Spaß im Glas. Wein muss Spaß machen und soll unkompliziert sein. Ganz wichtig ist Qualität, sich die Zeit für den Wein zu nehmen und vor allem: den Wein mit den richtigen Menschen zu trinken. 

Was trinkst du, wenn du keinen Wein trinkst?

Morgens gibt es Cappuccino und abends, wenn ich keine Lust auf Wein habe, einen Gin Tonic. 

Wo trinkst du Wein am liebsten, wenn du nicht gerade in deinem Geschäft bist?

Draußen mit Blick auf die Mosel im Weinberg. 

Your personal hidden treasure?

Für mich ist im Moment das Weingut Cava Rojo aus Spanien ein Highlight, auch wenn es vielleicht nicht mehr ganz unbekannt ist. Das sind junge Weinenthusiasten, die die spanische Weinwelt revolutionieren und dabei nicht nur guten Wein in die Flasche bringen, sondern auch auf Design achten. Für mich ist es wichtig, dass der Charakter und die Philosophie des Winzers im Wein zu finden ist. Diese stimmige Einheit aus Inhalt, Etikett und Philosophie findet man auch bei den Weinschwestern aus Württemberg, deren Energie ich bewundere.