Rührende Leidenschaft: Bloggerin Mia kocht Risotto

Risotto und ich – das war Liebe auf den ersten Blick. Schon beim ersten Bissen vor ein paar Jahren war es um mich geschehen. Ich mag die Zubereitung, denn: Risotto braucht Liebe! Es muss ununterbrochen gerührt werden und braucht seine Zeit. Am Ende wird man für all die Mühe aber auch mit einem cremigen und geschmacksgeladenen Gericht belohnt, das die ganze Mühe wert war.

Ich habe schon so viele unterschiedliche Rezepte ausprobiert: Mit unterschiedlichen Gemüsesorten, Gewürzvariationen und auch ein paar exotische Varianten mit ausgefallenen Käsesorten oder auch ganz ohne Käse sind schon auf meinem Teller gelandet. Neben dem Risotto-Reis (mein liebster ist Arborio), ist Wein in fast allen Rezepten eine bleibende Konstante, die ich allerdings lange Zeit sehr vernachlässigt habe. Denn welcher Wein soll wohl hinein? Aus Unsicherheit habe ich ihn meistens einfach weggelassen.

Doch irgendetwas muss doch dran sein, am Wein im Risotto – warum sonst sollte er in so vielen Rezepten immer wieder dazugehören? Ist doch klar: Weil er zum Geschmack beiträgt! Das selbe Risotto-Rezept kann mit unterschiedlichen Weinen immer wieder anders schmecken – deshalb sollte es auch nicht einfach irgendein Wein sein, den man als Zutat hinzufügt, sondern einer, der zum Gesamtbild passt.

Das bedeutet im Klartext: 

  • Der Geschmack des Weines sollte die Zutaten des Risottos unterstreichen und ihren Geschmack unterstreichen – wie beim „normalen“ Pairing.
  • Die Qualität des Weines sollte auch zum Kochen nie minderwertig sein – je besser das Aroma desto besser das Geschmacksergebnis!
  • Der Wein, der zum Kochen verwendet wird, kann i.d.R. auch später zum Essen serviert werden.
  • Wie beim Pairing mit Käse kann auch hier dem „kollektiven Geschmack der Regionen“ vertraut werden. Regionen, die für bestimmte Zutaten bekannt sind, bringen meistens auch passende Weine dazu hervor (Beispiel: Trüffel aus Perigord mit einem Bordeaux AOC).

Ein echter Härtefall ist das Tomaten-Risotto, denn Tomaten enthalten sehr viel Säure, die sich mit vielen Weinen nicht so richtig vertragen will. Mit einem feinherben Grauburgunder wird allerdings ein Schuh draus!

Und: Warum eigentlich immer Weißwein? Zum Risotto kann auch ein Rotwein sehr gut passen! Ein kräftiges Pilz-Risotto passt beispielsweise wunderbar zu einem älteren, kräftigeren Rotwein, wie z.B. einem Barolo oder Rioja. Und mein liebstes Risotto – eines mit roter Bete – lösche ich sogar mit Rotwein ab! Hier passt ein Dornfelder wunderbar, denn der ist nicht nur farblich, sondern auch geschmacklich ein Hit zum cremigen, tiefroten Reisgericht.

Noch ausgefallener wird es, wenn das Risotto mit einem edelsüßen Wein kombiniert wird. Das kann nicht schmecken, glaubt ihr? Kann es doch! Ein Paradebeispiel habe ich euch heute mitgebracht: ein Zitronen-Risotto, dass durch eine Riesling Auslese perfekt ergänzt wird.

Zitronen-Risotto mit Riesling Auslese Zutaten für 2-3 Portionen

ca. 700 ml Gemüsefond
2 Schalotten
1 Knoblauchzehe
1 EL Olivenöl
250 g Risotto-Reis (z.B. Arborio)
1 Zitrone (Saft und Schale)
300 ml Riesling Auslese
2 EL Butter
50 g frischer, geriebener Parmesan
Salz und Pfeffer zum Abschmecken
ggf. etwas Petersilie

 

 

 

 

 

 

 

  1. Den Fond in einem kleinen Topf erhitzen.
  2. Die Schalotte und den Knoblauch abziehen und fein würfeln.
  3. In einer großen Pfanne oder einem großen Topf etwas Olivenöl erhitzen und die Würfel anschwitzen. Den Risottoreis hinzugeben und dünsten, bis er leicht glasig wird.
  4. Mit dem Weißwein ablöschen. Die Hälfte des Zitronensafts und die Zitronenschale hinzugeben. Nun nach und nach immer wieder, wenn die Flüssigkeit vom Reis aufgenommen wurde, kellenweise heißen Fond zum Risotto geben und rühren, rühren, rühren.
  5. Sobald der Reis al dente ist, die Pfanne oder den Topf vom Herd nehmen und die Butter und den Parmesan unterrühren.
  6. Ggf. mit etwas weiterem Zitronensaft und Salz und Pfeffer abschmecken.
  7. Nach Belieben mit etwas gehackter, glatter Petersilie servieren.

Fertig!

Ich sage euch: Risotto ohne Wein ist möglich! Aber macht keinen Spaß.

Prost! Mia

Küchenchaotin

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Mirja Hoechst

Mirja Hoechst ist leidenschaftliche Food-Bloggerin. Auf kuechenchaotin.de schreibt sie über alles, was ihr kulinarisch am Herzen liegt. Für WeinPlaces geht sie einmal im Monat auf Entdeckungsreise in die Welt des Weins.

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