Trinken alleine hat Mia nicht gereicht. Jetzt hat sie den Salat!

Anfang September müssen wir der Wahrheit ins Auge sehen: Der Herbst kommt mit riesigen Schritten auf uns zu gerannt! Doch auch, wenn er die heißen Tage, das "Braten" am Strand, die ewig langen Sonnenstunden und die langen Abende auf dem Balkon langsam aber sicher vertreibt, hat es etwas Gutes! Denn der Herbst hat so einige kulinarische Höhepunkte im Gepäck.

Wenn ich an Herbst denke, dann denke ich vor allem an Kürbis, frische rote Bete und eine Pilzauswahl, die größer und schöner kaum sein könnte.
Übrigens: In meiner Kindheit mochte ich keins dieser Lebensmittel und bin vom Tisch geflüchtet, wenn ich sie nur gerochen habe – aber heute liebe ich sie alle heiß und innig!

Diesen Monat soll ich "auf einen Wein kochen". Auf einen Wein kochen? Ja, genau!
In den Gesprächen, die ich für diese Kolumne bisher geführt habe (z.B. im Weinstein in Berlin), kam immer wieder auf, dass es einfacher sei, einen Wein zu haben und für diesen das perfekte Gericht zu kochen, als ein Gericht zu haben und nach dem perfekten Wein für dieses zu suchen. Das Problem dabei ist natürlich, dass ich zugegebenermaßen gar nicht so richtig wüsste, was ich denn nun anstellen soll, wenn ich meinen Lieblingswein habe und nun "darauf kochen" will.

Ein bisschen Aufschluss gab mir "die richtige Zuordnung von Speisen, Wein und Wasser" hier auf WeinPlaces. Die sagte mir nämlich: Der herrlich trockene Weißwein, der hier vor mir steht – ein Kreuzberg Blanc de Noir (blauer Spätburgunder) aus dem Jahre 2012, der für mich echtes Lieblingswein-Potenzial hat – der passt toll zu Salaten, Pilzen und Gedünstetem. Und zu geräuchertem Fisch, Kalb, zu Terrinen, und Geflügel.

Bei Fleisch und Fisch bin ich raus, aber als ich die ersten Pfifferlinge beim Einkaufen entdeckte, wusste ich sofort: Die müssen es werden! Und nur, um auf Nummer sicher zu gehen, habe ich mich erst mal an einen Salat gewagt. Einen Herbstsalat! Mit Pfifferlingen, Haselnüssen und blitzschnellem Dressing. Das stelle ich mir prima zu dieser Flasche vor.

Herbstsalat mit Pfifferlingen und Haselnüssen

Für den Salat:

  • 500 g Feldsalat
  • 500 g Pfifferlinge
  • 2 Handvoll Haselnüsse
  • 250g Kirschtomaten
  • 1 rote Zwiebel
  • Öl, Salz und Pfeffer

Für das Dressing:

  • 6 EL Olivenöl
  • 2 EL Weissweinessig
  • 1 TL Senf
  • 1 Schuss Sahne
  • Salz, Pfeffer und Zucker zum Abschmecken

 

Den Feldsalat gründlich waschen und abtropfen lassen.
Nun die Haselnüsse grob hacken, in einer Pfanne ohne Fett anrösten und beiseite stellen. Die Kirschtomaten halbieren und die rote Zwiebel in Ringe (oder "Halbringe") schneiden. Anschließend die Pfifferlinge ebenfalls gründlich und vorsichtig putzen. In einer Pfanne etwas Fett zerlassen, die Pfifferlinge darin anbraten und leicht mit Pfeffer und Salz würzen. Den Feldsalat auf 4 Tellern verteilen, die Zwiebelringe, Tomaten und Haselnüsse hinzugeben und die Pfifferlinge auf den Salat legen.

Für das Dressing Olivenöl, Essig und Senf gut verkleppern. Mit Salz (lieber ein bisschen zu wenig, als ein bisschen zu viel!), Pfeffer und einer Prise Zucker abschmecken. Anschliessend noch einen Schuss Sahne gründlich unterrühren. Das Dressing über den Salat geben oder separat dazu reichen. Fertig!

Und wie passt das nun? Ich finde: Super! Wenn ich direkt zum Salat an meinem Gläschen nippe, dann schmeckt mir der Wein sogar fast noch besser, als ohne. Ebenso andersherum: Der Salat mundet viel besser, wenn der Wein dazu getrunken wird. Und so soll es doch auch sein, oder? Die Aromen ergänzen sich und ein breites Grinsen macht sich auf meinem Gesicht breit.

Sicher ist da noch Luft nach oben und jemand, der ein bisschen mehr Ahnung von Wein und Kochen in Kombination hat, der kann da mit Gewürzen und ein paar kleinen Umstellungen ganz bestimmt noch einiges mehr herausholen, als ich, aber fürs erste bin ich ganz zufrieden mit mir!

Übrigens auf meiner To-Do-Liste:

  • mehr Wein probieren
  • und ganz viel essen,
  • um herauszufinden, was eine Kombination "perfekt macht"


Ich könnte mir wesentlich schlimmere Dinge vorstellen, die noch zu tun sind!
In diesem Sinne: Prost! Mia

Küchenchaotin

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Mirja Hoechst

Mirja Hoechst ist leidenschaftliche Food-Bloggerin. Auf kuechenchaotin.de schreibt sie über alles, was ihr kulinarisch am Herzen liegt. Für WeinPlaces geht sie einmal im Monat auf Entdeckungsreise in die Welt des Weins.

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