Veggie Mia goes Barbecue

Vegetarisch grillen – das ist so eine Sache. Die meisten „Normalessenden“ denken hierbei sofort an Tofuwürstchen und gegrillte Pilzspieße. Und das klingt, wie ich zugeben muss, ganz schön spaßbefreit. Doch heute bin ich hier um die Grillfahne der Vegetarier hochzuhalten und wie wild zu schwenken! Denn vegetarisches Grillen – das ist so viel mehr!

Ich gebe zu: In meinen Anfangszeiten als Vegetarierin habe ich es auch getan. Ich habe mir Würstchen aus wilden Fleischersatz-Mixturen gekauft und erwartet, dass sie schmecken, wie die guten alten Würstchen, die ich seit jeher vom Grill kannte. Dabei habe ich recht schnell festgestellt, dass die meisten das leider nicht tun und war erst mal ein bisschen enttäuscht. War ich vorher doch große Grillliebhaberin, verging mir der Spaß plötzlich ein bisschen. Doch ich war der festen Überzeugung: Da muss noch mehr sein. Und machte mich auf die Suche. Was ich fand, ist ein kleines Schlaraffenland für jeden Vegetarier und auch für viele fleischliebende Grillfans. Denn: Es gibt fast nichts, was man nicht grillen kann.

Wer einmal gegrilltes Obst mit Vanilleeis zum Nachtisch genossen hat, der wird nie wieder etwas anderes auf dem Grillfest kredenzen wollen. Marinierter Feta eignet sich wunderbar, um ihn allein oder mit anderen Zutaten in kleine Päckchen zu verpacken und zu einer Offenbarung schmoren zu lassen und die Vielfalt an vegetarischen Burgerpatties, die zackig auf dem Grill durchbraten, ist nahezu unendlich, sodass garantiert für jeden Geschmack etwas dabei sein wird. Außerdem lässt sich natürlich jede Form von Gemüse in allen verschiedenen Marinade-Kombinationen eingelegt zu köstlichen Salaten und Beilagen verarbeiten.

„Grillen ohne Fleisch“ – was erst mal total ungewöhnlich und einseitig wirkt, stellt sich schnell als vielseitig und echt toll heraus!
Und weil ich als Fleischverweigerin irgendwie prädestiniert bin „anders“ zu grillen, mache ich gleich noch etwas anders: Bei mir gibt es heute kein Bier zum Grillgut. Und „Grillen ohne Bier“ klingt für die meisten ja genauso verrückt wie „Grillen ohne Fleisch“. Dabei vermag der richtige Wein ein Grillfest erst so richtig perfekt zu machen! Denn, wie ich ja in meiner Zeit hier bei WeinPlaces immer wieder festgestellt habe, macht der perfekte Wein nahezu jedes gute Essen zu einem ganz neuen Geschmackserlebnis.

 

  • Eine schön fettige Grillwurst braucht am Besten einen kräftigen weißen Wein – zum Beispiel einen Rivaner.
  • Bei kräftigem, richtig herzhaftem Steak ist ein Rotwein, wie zum Beispiel ein Spätburgunder, der nicht allzu schwer ist, die perfekte Ergänzung. Aber auch ein kräftiger Riesling kann ein guter Begleiter zum Steak sein.
  • Fisch, Geflügel und Gemüse finden in leichten Weißweinen einen guten Partner. Ein Weißburgunder ist zum Beispiel eine gute Wahl. Und wenn wir schon dabei sind, Regeln zu brechen: ein fruchtiger Spätburgunder und Fisch verstehen sich sehr gut, auch, wenn eine alte Regel besagt, dass zu Fisch Weißwein gereicht werden sollte.
  • Je schärfer das Grillgut mariniert ist, desto mehr Restsüße darf der Wein haben. Wer also nicht genug von Chili und „Hot Sauces“ kriegen kann, der wird von einem Riesling oder Grauburgunder mit leichter Restsüße zu seinem Grillteller positiv überrascht werden.


Einen weiteren Grilltrend, der sich in den letzten Jahren abgezeichnet hat, muss ich noch mal aufgreifen: Gegrilltes Obst! Was total verrückt klingt, stellt sich bei jedem Grillfest, auf dem ich bin, als absoluter Knaller heraus. Deshalb habe ich euch heute auch ein Rezept für fruchtige, gegrillte Bruschetta mitgebracht.

Gegrillte Halloumi-Pfirsich-Bruschetta

Rezept für 4 Portionen

12 Baguettescheiben
2 kleine Pfirsiche
200  g Halloumi-Käse
6 Zweige Thymian
1 Schalotte
4-5 EL Öl
Salz und Pfeffer

Die Baguettescheiben mit etwas Olivenöl einpinseln und auf dem Grill rösten. Den Pfirsich in Spalten und zusammen mit dem Halloumi-Käse ebenfalls grillen.

Die Schalotte abziehen, sehr fein würfeln und die Blätter vom Thymian abzupfen. Beides zusammen mit dem Öl und Salz und Pfeffer zu einer Marinade verkleppern.


Die Halloumi-Stücke zusammen mit den Pfirsichspalten abwechselnd auf den Baguettescheiben schichten. Etwas von der Marinade darüberträufeln und lauwarm servieren.

Fertig!

Da sich in diesen Bruschetta süßer Pfirsich und salziger Grillkäse zusammentun, war die Weinauswahl für mich gar nicht so einfach. Der Weinhändler meines Vertrauens gab mir einen Tipp: Ein leichter, mineralischer Riesling mit ganz leicht fruchtiger Note ist die perfekte Ergänzung. Er gibt sowohl der Süße, als auch dem Käse genügen Platz zu wirken und unterstützt die Geschmäcker. In meiner Einkaufstasche ist auf seinen Rat ein Brauneberger Riesling (trocken) aus dem Jahr 2012 von Fritz Haag gelandet – ein toller Griff!

Prost!
Mia

Küchenchaotin

Küchenchaotin

Mirja Hoechst

Mirja Hoechst ist leidenschaftliche Food-Bloggerin. Auf kuechenchaotin.de schreibt sie über alles, was ihr kulinarisch am Herzen liegt. Für WeinPlaces geht sie einmal im Monat auf Entdeckungsreise in die Welt des Weins.

Zum Expertenportrait