Interview mit ...

Arne Bercher

Weingut Bercher

 

Für welchen Wein würden Sie alles stehen und liegen lassen?

Ich bin ein großer Freund von gereiften Weinen, nicht nur beim Spätburgunder. Ob Grauburgunder, Weißburgunder oder Riesling: wenn die mal ein paar Jahre auf dem Buckel haben … Diese feine Balance zwischen Frucht und Reifenoten und trotzdem noch ganz viel Saft, am Gaumen lebendig und mineralisch. Das sind Weine, die ich unwahrscheinlich gerne mag, dafür würde ich wirklich vieles stehen lassen.

Was finden wir auf jeden Fall, wenn wir in Ihren Kühlschrank schauen?

Also immer eine gute Flasche deutschen Winzersekt oder Champagner. Das ist so eine Geschichte, die ich mit meiner Frau am liebsten abends genieße, wenn der Tag vorbei und unser kleiner Sohn im Bett ist.

Lieber den Winzersekt oder den Champagner? Gibt es da für Sie einen Favoriten?

Nein, eigentlich nicht. Ich sehe die beiden auf Augenhöhe und habe keine klare Präferenz. Am besten hat man von beiden etwas vorrätig. Gerade, wenn man miteinander trinkt und sich unterhält – Wein ist immer sehr kommunikativ, ob er jetzt prickelt oder nicht.

Winzer zu sein ist sicherlich ein Traumjob – können Sie sich auch einen anderen Job vorstellen?

Also wenn ich nicht Winzer geworden wäre, wäre ich wahrscheinlich im Bereich der Biologie gelandet, am liebsten in der Forschung und/oder Lehre. Für Biologie habe ich mich immer sehr interessiert, im Anschluss an mein Studium in Geisenheim durfte ich ein Jahr als freier Mitarbeiter im Fachbereich Mikrobiologie / Biochemie mitforschen – das hat mir sehr gefallen, wahrscheinlich wäre das wohl die Alternative gewesen.

Gibt es etwas, was Sie nicht oder nicht so gut können?

Gute Frage. Was ich überhaupt nicht kann? Bügeln. Ich habe es schon oft probiert, aber dafür bin ich anscheinend zu doof. Also alles andere im Haushalt klappt, aber beim Bügeln stelle ich mich an wie ein Idiot.

Wie erklären Sie sich das?

Keine Ahnung. Das übersteigt vermutlich meine feinmotorischen Fähigkeiten.

Aber als den totalen Verlust sehen Sie das jetzt auch nicht an?

Nee, nicht wirklich. 

Und wie steht es mit dem Kochen?

Das bilde ich mir ein, ganz gut zu können. Ich bin jedoch einer dieser Wochenend-Köche – das heißt alles wird in aller Ruhe eingekauft, akribisch vor- und dann mit viel Muße zubereitet. Und das Ganze am besten mit einem guten Glas Wein dazu.