Interview mit ...

Friedrich Groebe

Weingut K.F. Groebe

 

Was findet sich auf jeden Fall immer in Ihrem Kühlschrank?

In meinem Kühlschrank findet sich immer eine Flasche Wein, mindestens eine, aber auch eine Flasche alkoholfreies Bier. Denn wenn ich aus dem Weinberg zurückkomme und richtig Durst habe, kann ich nicht Wasser trinken – ich habe den ganzen Tag ja Gerolsteiner getrunken (lacht). Und dann findet sich in meinem Kühlschrank natürlich auch immer was zu essen – gerne Hausmacherwurst. Aber ganz vorne steht der Wein, fast immer Riesling, nicht von mir, sondern von den Kollegen. Wenn ich den ganzen Tag meinen Wein probiere, möchte ich abends etwas anderes trinken.

Mit wem würden Sie gerne mal eine Flasche Wein trinken?

Also, ich trinke mit jedem gerne eine Flasche Wein, da habe ich keinen, den ich bevorzugen würde. Mit einem Prominenten oder Politiker eher nicht, das ist so anstrengend und außerdem legt man sich dann auf irgendeine Art und Weise fest. Ich möchte da niemanden hervorheben – lieber mit jemandem von nebenan.

Gerne mal einen Tag tauschen würde ich mit … ?

Gerne mal einen Tag tauschen würde ich mit niemandem, weil mir mein Leben so, wie es ist, super gut gefällt. Ich möchte es auch nicht verändern, deshalb ist auch unser Weingut nur so groß, wie es ist. Wir haben achteinhalb bis neun Hektar. Das ist die Größe, die ich so bewirtschaften kann, wie es mir Freude macht. Ich bin an allem beteiligt – ob draußen im Weinberg, im Keller, an jedem Arbeitsgang. Ich empfange auch die Gäste und fahre raus. Das ist mein Leben: Wein machen und ihn auch verkaufen, aber eben nicht nur verkaufen, nicht nur delegieren, sondern machen. Das bedeutet halt auch Gummistiefel. Und das gibt mir unglaublich viel Freude, Inspiration und Befriedigung und Glück.

Meine Familie macht in Westhofen seit 1763 Wein. Ich habe Weinberge, die sind seit dieser Zeit in unserer Familie. Und deshalb ist es auch ein besonderes Gefühl, diesen Weinberg zu bewirtschaften, die Rebe zu schneiden oder anzubinden, mit dem Traktor zu fahren – das ist es, was mir Freude macht.

Welche Leidenschaften haben Sie neben dem Wein? 

Musik, ich spiele leidenschaftlich gerne Klavier, und das seit meinem sechsten Lebensjahr. Als sich meine Schulkameraden ein Auto gekauft haben, habe ich das Geld gespart, bis ich mir einen Flügel kaufen konnte. Musik ist eine große Leidenschaft, in jeder Ausrichtung, natürlich die klassische, aber auch alle anderen Sparten, von Jazz bis zu Jeden-Tag-Musik, die nennt man, glaube ich, Popmusik. Und  Bergwandern – ambitioniert. Früher auch Bergsteigen, aber das lasse ich jetzt meistens, da braucht man so viel Vorbereitung, so viel Zeit. 

Gibt es etwas, was Sie nicht können? 

Ja, tanzen, das kann ich nicht, da habe ich schon alles probiert. Ich habe auch Tanzstunden genommen, war sogar im Tanzsportverein, aber es hat nichts genützt. Als ich vor zwölf Jahren geheiratet habe, hat mir meine Frau nicht glauben wollen, dass das mit dem Hochzeitswalzer nichts wird. 

Im Tanzsportverein waren wir fünf Paare, alles hat wunderbar geklappt. Aber zum Abschluss des Tanzkurses – das werde ich im Leben nicht vergessen - stand ich da, die Musik fing an zu spielen und ich konnte mich nicht bewegen. Ich musste mich wieder hinsetzen. 

Aber ich kann einigermaßen gut Klavier spielen.