Nachgefragt bei ... Drexlers

Wie bist du zum Wein gekommen?
Wein ist bereits seit meinem zwanzigsten Lebensjahr mein liebstes Hobby. Ich muss dazusagen: Ich hatte damals das Glück Teil einer Band zu sein, die relativ erfolgreich Livemusik gemacht hat. Wir sind im Radius von 300 Kilometern in vollen Hallen aufgetreten, dadurch konnte ich mir das kostspielige Steckenpferd locker leisten. Wenn man damals als Jugendlicher 4000 bis 5000 Mark pro Monat dazuverdient hat war man schon sehr wohlhabend. Ich habe tatsächlich alle meine Gagen brav in Wein investiert und hatte als 22-Jähriger bereits gute 1000 Flaschen im Keller.
Wann und warum hast du dich entschieden ihn zu deinem Beruf zu machen?
Ich hab schon ganz früh festgestellt, dass das Thema Wein unendlich und nach oben offen ist. Der Zeitpunkt, zu dem man sagen könnte So, jetzt weiß ich Alles über Wein, jetzt mach ich was Anderes, der kommt einfach nicht. Wenn ich mich endlich komplett durch eine Region gearbeitet habe steht der neue Jahrgang vor der Tür und es geht wieder von vorne los. Was liegt da näher als aus der Not eine Tugend und aus dem Hauptforschungsgebiet gleich einen Beruf zu machen? Deshalb hab ich 1993 als Angestellter in der Weinhandlung Drexler angefangen. 

Wofür stehen die WeinPlaces für dich persönlich?

Letztlich sind sie eine tolle Sache für den Endverbraucher. Das Interesse an Wein nimmt stetig zu, erfreulicherweise auch unter jungen Menschen. Und gerade für die ist es eine große Hilfe, wenn sie mal kurz nachsehen können wo es den nächsten ordentlichen Laden gibt, in dem man anständig essen und sehr anständig trinken kann. Hand aufs Herz: Außerhalb des Sternebereichs ist das Thema Wein in deutschen Gaststätten immer noch ein eher trauriges. Es ist  noch gar nicht lange her, dass man in Städten wie Köln, Hamburg oder Frankfurt die Frage
Rot oder Weiß? gestellt bekam. Wenn man Glück hatte folgte noch die Variante lieblich oder lieber nicht so lieblich? Von daher finde ich so ein Label wie WeinPlaces sehr gut und nützlich, es gibt den Leuten eine echte Orientierung.


Welchen Klassiker hast du immer im Haus?
Da hab ich ein Problem. Es gibt nicht einen Klassiker, es gibt sehr viele davon. Und ich bin eigentlich bestrebt immer nur Weine um mich zu versammeln, die man zur Not als Klassiker bezeichnen könnte. Einen Wein mit 15,5 % und einer Holznote möchte ich nicht hier haben, das sind Mickey-Mouse-Weine. Wir umgeben uns lieber mit Wein, den man auch trinken kann. Deshalb habe ich immer sehr viele Klassiker zur Hand und kann beim besten Willen nicht einen einzelnen hervorheben.

Wenn du ein Wein wärst, welcher wärest du?

Ich wäre ein Wein der am Anfang eher kantig und unzugänglich ist. Ich hätte harte Tannine, würde aber sehr gut reifen und mich langsam entwickeln.

Dein Motto in Sachen Wein?
Weine mit Charakter sind nie langweilig.

Was trinkst du wenn du keinen Wein trinkst?
Wasser.

Wo trinkst du Wein am liebsten, wenn du nicht gerade in deiner Weinbar/Restaurant bist?
Im Keller.

Your Personal hidden Treasure?

Siehe oben! Es gibt eine ganze Reihe von Weinen, die mein Herz höher schlagen lassen. Aber es schlägt am höchsten bei großen Weinen aus dem Burgund.