Bas van Gijzen von Laurenz Weinbar im Interview

Nachgefragt bei Bas van Gijzen | Laurenz Weinbar in Mainz

Wie bist Du zum Wein gekommen & was fasziniert Dich bis heute daran?

Zum Wein bin ich durch meinen Vater gekommen. Wein gehörte bei uns zu Hause schon immer dazu. Gemeinsam mit meinem Vater und meinem Patenonkel habe ich früh begonnen, Weinreisen – vor allem durch Deutschland und Österreich – zu unternehmen. So ist aus der Neugier schnell eine echte Leidenschaft geworden.

Bis heute fasziniert mich, wie vielseitig das Thema Wein ist. Es verbindet Kultur, Tradition, Geologie und Geografie – und man lernt nie aus. Ständig entdeckt man neue Anbaugebiete, Winzer oder Weinstile. Genau das macht Wein für mich so spannend.

Welcher Wein oder welches Weinerlebnis ist Dir prägend in Erinnerung geblieben? Warum?

Das sind wirklich viele. Aber eine der schönsten Erinnerungen war letztes Jahr im Zeltinger Hof. Wir waren mit ein paar Freunden dort essen, haben viele schöne, gereifte Moselaner getrunken und wie immer kam zum Schluss noch kurz der Wirt an unseren Tisch, um zu fragen, wie unser Abend war. An unseren leeren Flaschen sah er, dass wir eine Runde von Weinbegeisterten waren, und sagte: „Ich hab noch was für euch.” Er schenkte uns einen Wein blind ein. Wir lagen natürlich alle komplett daneben. Es war ein trockener Wein aus dem Jahr 1942. Leider war das Etikett fast komplett verschimmelt, sodass wir das Weingut nicht mehr herausfinden konnten. Das war für mich ein sehr prägender Moment, weil es der älteste Weißwein war, den ich je getrunken habe, und er noch unglaublich frisch war. Bei solchen alten Weinen überlegt man sich immer, was seitdem alles in der Welt passiert ist und wie unglaublich es ist, diesen Wein nach so vielen Jahren genießen zu dürfen.

Welcher Wein steht ganz oben auf Deiner Bucket List?

Beide eher unrealistisch aber vielleicht hat man irgendwann Glück 😊 1982er Haut Brion oder einen Wein von Henri Jayer.

Was trinkst Du gerne, wenn Du keinen Wein trinkst?

Am liebsten Bier. Außerdem trinke ich sehr gerne guten Kaffee.

Wo ist Dein liebster Urlaubsort und warum?

Am liebsten reise ich in Weinregionen. Dort stehen Genuss, gutes Essen und Gastfreundschaft im Mittelpunkt – das gefällt mir besonders. Piemont hat mich zuletzt sehr begeistert: großartige Weine, fantastische Küche und eine wunderschöne Landschaft. Auch die Südsteiermark gehört für mich zu den schönsten Weinregionen Europas und ist immer eine Reise wert.

Wo findest Du den Gegenpol zu Deinem Job im Alltag?

Ich liebe meinen Beruf und widme ihm viel Energie und Zeit – aber gerade deshalb ist es wichtig, auch bewusst abzuschalten. Das gelingt mir am besten beim Sport oder wenn ich Zeit mit Freunden verbringe, wir gemeinsam essen und ein gutes Glas Wein genießen. Ebenso liebe ich es, mich mit Freunden zu treffen, die mit der Weinwelt nichts zu tun haben und mich aus dieser Bubble holen, um erfrischend andere Themen und Perspektiven auszutauschen.

Wen würdest Du gerne mal auf ein Glas Wein treffen? Warum?

Am liebsten würde ich meinen Urgroßvater auf ein Glas Wein treffen. Er hat die Weinleidenschaft in unserer Familie begründet und war für seine Zeit ein außergewöhnlich großer Weinliebhaber. Ich habe ihn leider nie kennengelernt, aber seine Geschichten haben mich immer fasziniert. Mit ihm über Wein zu sprechen, wäre für mich etwas ganz Besonderes.