Interview mit ...

Catherina Grans

Weingut Grans-Fassian

 

Was finden wir auf jeden Fall immer in Ihrem Kühlschrank?

Dort finden Sie immer eine Flasche Wein – von unserem und anderen Weingütern. Ansonsten befindet sich immer ein gutes Stück Fleisch in meinem Kühlschrank. Einige Beilagen gehören natürlich auch dazu. Wie beim Wein lege ich auch bei Fleisch und anderen Lebensmitteln sehr viel Wert auf Qualität. Ich koche gerne und esse auch sehr gerne außerhalb: Genießen, Wein und Essen passen einfach gut zusammen. 

Wann hat es Klick gemacht zwischen Ihnen und dem Wein?

Meine Eltern haben mich nie dazu gedrängt das Weingut zu übernehmen. Trotzdem hat mich diese Aufgabe schon immer interessiert. Als Jugendliche habe ich das allerdings immer für mich behalten. Häufig wurde ich von Kunden und Freunden meiner Eltern gefragt: ,,Möchtest du das Weingut weiterführen? ‘‘ Der Druck stieg natürlich. Trotzdem habe ich mir die Zeit für meine eigene Entscheidung genommen. Meine Eltern haben mich darin auch immer bestärkt. Sie meinten: „Entscheide dich für einen Beruf, der dich glücklich macht. Sonst wirst du nicht erfolgreich und zufrieden sein“. 

Da ich mich unmittelbar nach dem Abitur noch nicht entscheiden konnte wie es weitergeht, habe ich in Frankfurt den Beruf der Bankkauffrau gelernt und abgeschlossen. Das stand schon länger als Idee im Raum und ich dachte mir, für das Weingut kannst du dich dann später immer noch entscheiden. Obwohl mir die Ausbildung sehr gut gefiel, wurde mir während der Ausbildungszeit immer bewusster, dass ich gerne unser Weingut weiterführen möchte. 

Anschließend studierte ich in Geisenheim Weinbau und Oenologie. Um weitere Erfahrungen für meine berufliche Zukunft zu erlangen, habe ich mich entschlossen, ein Studium zum European Master of Science in Viticulture & Enology in den Universitäten von Montpellier, Bordeaux und Lissabon zu absolvieren. Das waren für mich zwei sehr interessante und lehrreiche Jahre. Insbesondere vor dem Hintergrund der internationalen Dozenten und Studenten aus der ganzen Welt. Da unsere Weine weltweit distribuiert werden, war das Studium in englischer Sprache für mich ebenfalls von großem Vorteil.

Wie klappt die Zusammenarbeit im Betrieb? Wer trifft die Entscheidungen?

Seit zwei Jahren arbeite ich Vollzeit im Betrieb und leite das Weingut zusammen mit meinem Vater. Ich übernehme die meisten Aufgaben und werde die Leitung in den nächsten Jahren komplett übernehmen. Es motiviert mich viele Dinge selbst entscheiden zu können. Sollte ich auch mal eine falsche Entscheidung treffen, so lernt man auf jeden Fall schnell daraus! Wichtige Entscheidungen werden in unserem Weingut immer gemeinsam getroffen. Wir verstehen uns sehr gut. Natürlich gibt es regelmäßig Diskussionen. Diese tragen aber auch dazu bei, dass sich der Betrieb weiterentwickelt.

Welche Leidenschaften haben Sie – neben dem Wein?

Tennisspielen gehört für mich schon dazu, seit ich sechs Jahre alt bin. Es ist meine Leidenschaft, mich neben dem Beruf sportlich zu betätigen und auch dort meine Ziele zu verfolgen. Obwohl ich zeitlich im Weingut sehr eingebunden bin, nehme ich mir die Zeit für diesen Sport um an verschiedenen Turnieren teilnehmen zu können.

Gibt es was, was Sie nicht können?

Wenn ich Ihnen alles erzählen würde, was ich nicht kann, würden wir morgen noch hier sitzen! Eine meiner Schwächen ist die fehlende Geduld. Am liebsten würde ich das, was ich vorhabe, sofort umsetzen. Aber ich denke, ich kann damit umgehen und mein Umfeld, glaube ich, ebenfalls.