Interview mit ...

Jochen Ratzenberger

Weingut Ratzenberger

 

Was bevorzugen Sie: Selber kochen oder essen gehen?

Wir gehen sehr gerne essen. Aber da wir viele Veranstaltungen haben, genießen wir es auch,  zuhause zu sein und selbst zu kochen – vor allem spezielle Sachen aus der Region. Wir mögen gerne Fisch und Wild und gehen selbst auf die Jagd.  Von daher haben wir eine gute Auswahl. 

Regionale Produkte sind also ihr Thema?

Auf jeden Fall beim Fleisch und beim Fisch natürlich bei den Forellen aus dem Bach, aber die gibt es nur dreimal im Jahr, weil ich nicht so fleißig bin und lieber warte, bis die schön groß und dick sind.

Sind Sie der Koch oder derjenige, der schnibbelt und vorbereitet?

Das kommt ganz drauf an. Wir kochen öfter gemeinsam mit Freunden. Zuhause sind Geflügel und Fisch mein Metier. Beim Wild teilen meine Frau und ich uns die Arbeit, und den Rest macht meine Frau.  

Haben Sie zuhause einen Lieblingsplatz?

Im Wintergarten oder im Garten sitzen, die Ruhe dort genießen, lesen und ein bisschen relaxen: Das ist herrlich! Unser Wintergarten ist über hundert Jahre alt, der Garten sogar noch älter. Ich bin dort gerne morgens, lese die Zeitung und nehme mir nochmal eine Viertelstunde Zeit zu Beginn des Tages oder auch abends, um den Tag ausklingen zu lassen.

Haben Sie eine bestimmte Tradition am Ende der Lese?

Schon vor dem großen Herbstabschluss setzen wir uns gegen Ende der Lese abends öfter mal spontan mit den Mitarbeitern zusammen und trinken ein paar ältere Weine, meistens Süßweine. Das hat bei uns schon mehr als zwanzig Jahre Tradition. Ganz hoch im Kurs steht der 76er. Das war damals das Jahrhundertjahr. Diese Weine  sind heute immer noch wunderbar kräftig und voll. Gerade wenn man etwas Anstrengendes gemacht hat, ist es einfach eine Wohltat, so einen reifen, schönen Riesling zu trinken. Jedes Jahr fallen mindestens drei oder vier Flaschen 76er bei diesen Events, aber auch diverse andere Jahrgänge. Das ist ein Dankeschön für die Mehrarbeit und macht uns allen große Freude. 

Gibt es etwas, was Sie nicht können?

Als Winzer müssen sie halt fast alles können. Das ist ein Beruf, der viele Dinge zusammenbringt und in dem man flexibel und offen sein und  von vielen Sachen zumindest ein bisschen Ahnung haben muss. Das Finanzielle habe ich an meine Frau abgegeben, da bin ich nicht so heiß drauf. Ich mache den Wein und verkaufe auch gerne.