Interview mit ...

Kerstin Kranz

Weingut Kranz

 

Welcher Weintrend kommt, welcher geht, was ist spannend?

Der Trend wird weiter zu Weinen gehen, die leicht und filigran sind, mit einer feinen Säure, die vor allem auch von der Herkunft geprägt sind. Es gilt weiter der Trend, dass man Böden und Wein sehr stark zueinander in Beziehung setzt, die Lagen besonders auswählt.  Vor allem beim Rotwein geht man dazu über, wesentlich früher zu ernten. Die Jahrzehnte zuvor wurde immer gewartet, bis die Rotweintrauben reif, fast überreif waren. Ergebnis waren kräftige, fast fette, eher marmeladige Spätburgunder. Das ist heute nicht mehr angesagt. Man erntet früher, um mehr Biss, Spannung und Mineralität in den Weinen zu halten. Das ist ein Trend, der sich glaube ich auch künftig durchsetzen wird:  Spätburgunder, die eleganter, frischer,  würziger sind.

Wann hat es Klick gemacht zwischen Ihnen und dem Wein?

Klick gemacht hat es zuerst zwischen mir und dem Winzer. Ich komme aus einer Familie, die mit Weinbau zu tun hat. Meine Großeltern von beiden Seiten hatten Weinberge. Mir war das also nicht ganz fremd, aber erst durch die Liebe zum Winzer habe ich die Liebe zum Wein entdeckt. Als das zweite Kind kam,  war klar, ich steige in diesen Beruf mit ein. Das macht mir sehr viel Spaß. Es ist ein sehr kreativer Beruf. Man kann sich ständig weiterentwickeln, neue Ideen umsetzen. Gott sei Dank funktioniert es auch gut mit meinem „Chef“. Wir haben das gemeinsam aufgebaut und das verbindet natürlich auch sehr stark.

Gibt es Bereiche, die schwerpunktmäßig Sie betreuen?

Mit Menschen umgehen, das liegt mir. Ich bin zuständig für alles, was mit dem Marketing und dem Vertrieb unserer Weine zusammenhängt, Ab-Hof-Verkauf, Fach - & Großhandel und Export. Ich mache alles, um unsere Wein in die „große weite Welt“  zu bringen. Mein Mann ist derjenige, der produziert. Vom Weinmachen habe ich nur theoretische Ahnung. 

Haben Sie zuhause einen Lieblingsplatz?

Unsere beste Lage ist die Ilbesheimer Kalmit, das ist ein kleiner Berg, 272 Meter hoch, da oben steht eine kleine Kapelle, unterhalb der Kapelle sind zwei uralte Linden: Wenn man da sitzt, hat man das Gefühl, man sieht die ganze Welt. Man kann bis zum Schwarzwald gucken und  die ganze Rheinebene überblicken. Es ist einfach schön da oben, egal wie oft man da oben sitzt: Ein toller Platz.

Gibt es etwas, was Sie nicht können?

Das ist ja etwas, das man nicht gerne zugibt. Ich kann mich sehr schwer in Geduld üben. Das ist eine Schwäche. Ich bin ungeduldig. Wenn ich etwas im Kopf habe, möchte ich das auch gerne umsetzen – am besten gleich.