Nachgefragt bei … Nils Lackner, Concept Riesling

Concept Riesling, Düsseldorf - Abb. 006Wie bist du zum Wein gekommen?

Bereits in sehr jungen Jahren habe ich im Alter von 16 als Barkeeper angefangen und war dadurch auch schnell mit dem Sommelier befreundet. Mit etwa 18 entdeckte ich dann die Liebe zum Wein, das war Anfang der 90er und habe parallel zum BWL-Studium meinen Sommelier gemacht. Wein begleitet mich also schon mein ganzes Leben. Beim MBA-Studium in Los Angeles mit Ausflügen ins Napa Valley flammte die Liebe zum Wein dann richtig auf. 

Wann und warum hast du dich entschieden den Wein zum Beruf zu machen?

Ich merkte, dass meine eigentliche Ausbildung mit meinen Passionen nichts zu tun hatte und beschloss auf Reisen zu gehen und was Neues zu wagen. Am Ende war ich ganze zehn Jahre backpacken in der Welt und habe mein Geld oftmals vor Ort in der Gastronomie dank Sommelier- und Barkeeper-Schein verdient. So war das Thema Wein nie wirklich weg. Aber als ich nach acht Jahren allein am Strand in Thailand saß, fiel mir auf, dass ich ein Privileg hatte, gut ausgebildet bin und etwas aus meinem Leben machen will. Ich wollte nicht zum alten Hippie am Strand werden und ging nach Kanada ins Hotel Fairmont als Chefsommelier, bevor ich vor sechs Jahren zurück nach Deutschland gekommen bin, um Sommelier in der Sansibar auf Sylt zu werden. Concept Riesling habe ich dann vor zwei Jahren mit meinem Geschäftspartner Philipp Kutsch in Düsseldorf gegründet, lebe aber nach wie vor auf Sylt. Wein ist für mich viel mehr als nur Beruf. 

Wofür stehen die WeinPlaces für dich persönlich?

Für mich sind es die Orte – ob Bar oder Handel –, die mit der größten Passion und Leidenschaft betrieben werden. Bei WeinPlaces geht nicht um die Ausrichtung oder ein spezielles Fachgebiet, sondern wichtig ist, dass die Passion und Liebe für das Thema Wein über allem steht. 

Welchen Klassiker hast du immer im Haus?

Im Bereich die großen Klassiker haben wir natürlich immer Riesling im Haus. Zu nennen wäre da auf jeden Fall Georg Breuer, Klaus Peter Keller und das Weingut Wittmann. Wir sind aber bekannt dafür, dass wir nicht nur Klassiker haben, sondern auch viele Jungwinzer unterstützen. 

Wenn du ein Wein wärst, welcher wärst du?

Ganz klar ein Riesling. Ein Riesling kann alles sein, was er will und das war auch immer mein Lebenskonzept. Du musst einfach nur machen, nicht nur träumen. 

Dein Motto in Sachen Wein? 

Spaß haben. Gas geben.

Was trinkst du, wenn du keinen Wein trinkst?

Drei Liter Wasser und Buttermilch. Da bin ich ein richtiger Junkie. 

Wo trinkst du Wein am liebsten, wenn du nicht gerade in deinem Geschäft bist?

Auf Sylt am Strand mit Freunden, abends, Blick aufs Meer und den Sonnenuntergang, barfuß, die Füße im Sand. Das ist perfekt. 

Your personal hidden treasure?

Nicht mehr ganz hidden treasure, gerade auch weil wir sie etwas bekannter gemacht haben, aber immer noch stark sind die Weine von Oliver Six und das Weingut Champagne Salmon aus Frankreich. Außerdem empfehlenswert: Matthias Wörner aus Baden. Sein Weingut ist super klein, aber er vertritt für mich eine der besten Philosophien und hat sehr überraschende Rieslinge.