Kleine Brummschädelkunde

Irgendwann erwischt es auch den Weinfreund, der sich für einen moderaten Trinker hält: Der Schädel brummt. Hier lesen Sie wo der Kopfschmerz herkommt und wie man den Kater in die Schranken weisen kann.

 

KopfschmerzenDas ein moderater Weingenuss förderlich und gut für die Gesundheit ist, ist schon lange kein Geheimnis mehr! Doch wie viel Wein darf man am Tag trinken, um die gesundheitlichen Vorzüge des guten Tropfens zu nutzen und die inneren Organe nicht durch übermäßigen Alkohol zu schädigen? Darüber findet man in der Literatur unterschiedliche Angaben und sicher ist, dass es unzählige Faktoren gibt, die den Alkoholgehalt im Blut beeinflussen. Eine wissenschaftliche Studie von Prof. Keul aus Freiburg belegte, das drei bis fünf Gläser Wein am Tag für eine positive Gesundheitswirkung sorgen können.

Wenn man aber schlicht zu viel trinkt, dann erwischt es einen mehr oder minder unangenehm: Kopfweh und Kater. Alkohol ist ein Zellgift und überwindet die Blut-Hirn-Schranke. Er schädigt das Hirn direkt. Kopfschmerzen allerdings löst er nur indirekt aus. Der Körper will dieses Gift wieder loswerden und die Leber arbeitet auf vollen Touren. Sie kommt zu nichts anderem mehr. Der Blutzuckerspiegel sinkt. Das kann dann zu Kopfschmerzen führen.

Allerdings gibt es in den letzten Jahren eine zunehmende Anzahl von Weingenießern, die auch nach einem moderaten Genuss von Wein mit allergischen Reaktionen wie Juckreiz, Kopfschmerzen und Übelkeit kämpfen müssen. Hauptverantwortlich ist das Histamin im Wein. Vor allem bei langer Maischestandzeit und nach dem biologischen Säureabbau entsteht das Histamin. Deshalb enthalten Rotweine in aller Regel drei bis viermal so viel Histamin wie Weissweine. Normalerweise werden diese Stoffe im Darm und in der Leber weitgehend unschädlich gemacht. Aber es gibt eben Menschen, bei denen das nicht richtig funktioniert und bei denen Histamin deshalb heftige Migräne-Attacken auslöst.

Da aber schon sehr kleine Mengen (0,1 mg Histamin) zu solchen pseudoallergischen Vergiftungserscheinungen führen können, müssen auch Gesunde darauf achten, dass sie nicht zu viel davon zu sich nehmen. Deshalb ist die beliebte Kombination Käse und Wein eher problematisch: Käse enthält nämlich auch sehr viel Histamin.

Meine Tipps: Doppelte Vorsicht bei den sogenannten gefährlichen Mischungen: Trinken und Rauchen, Wein und Käse oder Wein und geräucherte Lebensmittel. Mindestens zwei Gläser Wasser zu einem Glas Wein und vielleicht noch eine Magnesiumtablette dazu.

Alexander Kohnen

Alexander Kohnen

Alexander Kohnen gehört zu den bekanntesten Sommelierausbildern in Deutschland und gehört seit Jahren zu den 50 TOP-Sommeliers des Aral Schlemmeratlas. Hier möchte er alles, was er weiß und kann, mit Ihnen teilen.

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